Der jüticher Erbfolgestreit.
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schlusse zu bewegen, daß dieselbe als eine gemeinsame Sache derganzen Union betrachtet werden solle. Wichtiger noch war eineandere Schwierigkeit, die hier nicht zum ersten Male hervortrat.Die deutschen Fürsten wollten sich der französischen Hülfe nur zuihren Zwecken bedienen, aber um jeden Preis verhüten, daß derKönig selbst sich in Deutschland festsetze. In dieser Beziehunghatten sie ja seit Stiftung der Union das größte Mißtrauen gegenFrankreich gehegt und immer wieder beschlossen, der „Verein solleihm sscrstioru nicht eröffnen". Allmählich mußte man freilichweitergehen; aber immerhin wünschte man durchaus keine militä-rische, sondern nur Geldhülse von Seiten Frankreichs. Noch FürstChristian von Anhalt hatte diese Wünsche der unirten und possi-direnden Fürsten bei feinem pariser Aufenthalte im Dezember l 609vorgetragen, war indeß damit ebenso abgewiesen worden, wie mitseinem zweiten Verlangen: dann möge der König doch nur huge-nottische Führer und national-deutsche Truppen senden.') Einsolches Mißtrauen wies Heinrich um so entschiedener zurück, jegerechtfertigter es war, je weniger er sich — nach dem Wunscheder Fürsten — auf die Rolle eines blos Hülseleistenden beschränken,sondern selbstthätig und mit eigenen Zwecken in Deutschland auf-treten wollte. Nun kamen in Hall die Unirten trotzdem noch ein-mal mit dem Verlangen nach einer bloßen Geldunterstützung her-vor. Allein Boissise lehnte diese Forderung, die Frankreich ganzin die zweite Reihe zu stellen und vollständig ohnmächtig zu machenbeabsichtigte, ab; die Fürsten mußten einwilligen, daß Branden-burg und Nenburg von Frankreich so gut wie von der Union solange mit Truppen unterstützt werden sollten, wie der Krieg dauerte.
Insofern waren die französischen Absichten in einem sehrwichtigen Punkte durchgedrungcn; die weitergehenden Wünsche desKönigs jedoch trafen auf unüberwindliche Schwierigkeiten. Weder
>) Vgl. ». A. Br. u. A. II, 239. III, 2. — Dcp. Slcrssm'S v. 23. Dez.1609; das. II, S27.