Band 
Dritter Theil.
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Viertes Kapitel.

unwecth gezeigt habe, so möchten sie dieselbe zum Troste ihresAlters zu ihnen kommen lassen ( 18 . März). Der König unter-stützte dieses Verlangen durch neue Drohungen. In der jülicherFrage nahm er selbst dem Nuntius gegenüber eine völlig kriegerischeHaltung an. Vom Erzherzog Albert sagte er dem Nuntius, der-selbe verletze seine (des Königs) Ehre empfindlich, da er die Prin-zessin in schmählichem Gefängniß halte. Er werde dem Connetablebeistehen, daß er seine Tochter aus demselben befreie. Zur Be-schönigung seiner wahren, so durchsichtigen Absichten fügte er dannhinzu, freilich sei die Hauptsache das so verdächtige Benehmen derSpanier dem Prinzen Conde gegenüber. Und nun ergoß sich dieSchale seines Zornes über Philipp III., den er sogar mörderischerAnschläge gegen seine und seiner Kinder Person beschuldigte: Vor-würfe, denen allerdings Ubaldini kräftig widersprach. Seine Mi-nister Nilleroy und Jeannin wiederholten diese Dinge auch Peeguius:ihr König werde sich nicht enthalten können, mit seinen gesummtenKräften das gerechte Verlangen des Connetable zu unterstützen.Die thörichte Prinzessin steigerte fortwährend die Leidenschaft Hein-richs durch ihre Briefe, in denen sie ihn bat, in Betracht zu ziehen,daß sie nur leide wegen ihrer Liebe zu ihm, daß er Mittel findenmüsse, sie bald zu befreien. Heinrich übersendete ihr dafür Ge-dichte Malherbe's, in denen er ihr versprach, „Feuer, Drachen,Stiere, alle Arten neuer Schrecknisse, alle Zaubereien zu über-winden und bis in die tiefste Hölle zu gehen, um der gefangenenSchönen Ketten und Fesseln mit den Waffen zu zerstören." Diegute Erzherzogin Jsabella, die zu der lieblichen Prinzessin eineschwärmerische Zuneigung gefaßt hatte, bot vergebens alles auf,dieselbe aus bessere Gedanken zu bringen. „Ich beklage sie sehr",schreibt Jsabella an ihren Bruder König Philipp III., „denn sieist die reizendste Person von der Welt und sehr lieblich und vombesten Charakter; aber die schlechten Rathschläge, die man ihr giebtund gegeben hat, und andererseits die Geschenke und Briefe machensie so blind, daß ich ihren Untergang für gewiß halte. Wenn ich