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Viertes Kapitel.
schuldig erklärt und seine Bestrafung völlig in das Belieben desKönigs gestellt.
Von dieser rücksichtslosen Leidenschaftlichkeit, in die Heinrichgerathen war, gab eine Audienz deutliches Zeugniß, die er an demersten Tage des April dem spanischen Botschafter ertheilte. Nachflüchtiger Besprechung der jülicher Frage ging der König sofortwieder auf die Angelegenheit des Prinzen von Conde über. Jetztsei das Maß voll, äußerte er; nach den Intriguen der Spaniermit Biron, Auvergne und Merargues seien diese neuen feindseligenUmtriebe mit Conde nicht zu ertragen. Don Jnigo war nicht inVerlegenheit, die Nerräthereien der Spanier mit den von Heinrichselbst gegebenen Beispielen zu entschuldig«, und bat den König,er möge ihm ersparen, von den wahren Ursachen von Conde'sFlucht zu sprechen, da er dieselben auf allen Straßen erfragenkönne. So erhitzten sich beide, der König und der Gesandte, immermehr, bis der erstere ausrief: „Bewacht den Prinzen von Condegut, bewacht ihn gut, er wird nach Mailand gehen und dann,dann nach Spanien. Bewahrt ihn auf gegen meine Söhne fürdie Zeit nach meinem Tode!" Als Cardenas gegen solche Be-schuldigung protestirte, sprang der König wie ein Löwe auf: „Unddie Prinzessin von Conde, wie haltet Ihr sie dort in Flandern?wie eine Gefangene!" Sei doch die Prinzessin nicht Unterthaninvon Spanien, sondern von Frankreich! Worauf Cardenas erwiderte,sie sei die Unterthanin ihres Gemahles. Ueber diese beiden ent-gegengesetzten Behauptungen drehte sich nun das Gespräch mitbeiderseitig wachsender Erbitterung. „Euer König", rief Heinrich,„will Herr der ganzen Welt sein. Nun, ich habe meinen Degenan der Seite, der ebenso groß ist, wie irgend ein anderer!" UndDon Jnigo erwiderte: „Ich habe nichts mit dem Degen EurerMajestät zu schaffen, doch weiß ich, daß meines Königs Degen zuWasser und zu Lande gilt, und wer ihn herausfordert, wird ihnfühlen." Es entstand ein lauter Wortwechsel, der sich dann auchnoch über das Verhältniß zum Herzog von Savoyen erstreckte.