Band 
Dritter Theil.
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Viertes Kapitel.

die nördlichen Festungen entblößte, gedachte man hier unter demnominellen Oberbefehl des Erzherzogs selbst 3000 Reiter undl 5,000 Infanteristen zu versammeln. Diese Infanterie war diebeste und kriegserfahrenste der Welt, die unter einem Feldherrnwie Spinola, gestützt auf eine große Anzahl starker, für die da-malige Zeit mustergültig angelegter Festungen, ziemlich ruhig einemAngriffe von Heinrich'» IV. freilich doppelt so zahlreichen, abermeist aus Rekruten bestehenden Heere entgegensehen durfte.stAuch Spanien selbst, wo dem provozirendeu Auftreten desfranzösischen Herrschers gegenüber in den leitenden Kreisen diekriegerische Stimmung schnell zunahm, blieb nicht müßig. DieRüstungen wurden im weitesten Umfange betrieben. Zur Ver-theidigung des Mailändischen wurden 12,000 Deutsche und katholischeSchweizer angeworben, wozu noch mehrere lombardifchc und neapoli-tanische Regimenter kamen, so daß man mit den etwa 10,000Mann, die Fuentes jederzeit unterhielt, das mailändische Armee-korps auf mindestens 30,000 Mann berechnen muß. Außerdemstanden damals in Neapel 13,500, in Sizilien 7,900 Mann, vondenen mindestens die Hälfte — 11 bis 12,000 Soldaten — nachOberitalien abrücken konnte. Die Ankunft aller dieser Verstärkungen,welche das spanische Armeekorps im Mailändischen auf 42,000Mann bringen mußten, wurde am 20. Mai erwartet. Die Herzogevon Parma, Modena und Urbino wurden aufgefordert, jeder denVerträgen gemäß 2000 Mann zu dem oberitalienischcn HeereSpaniens zu stellen, das in Folge dessen an 48,000 Mann starkgewesen wäre, von denen etwa 40,000 Mann im freien Felde zuverwenden; der Großherzog v. Toskana mußte etwa 400,000 Thalervorschießen. Fuentes selbst setzte die Festungswerke der zunächstbedrohten Grenzplätze Mortara, Alessandria und Novara in gutenStand, machte sie sturmfrei und verstärkte ihre Besatzungen be-

st Erzh. Albert an Lerma, 12. März, x>. 178. — Dep. Wimvood's vomAiai "' li Mcn, p. 149, 156. — Ilein-arcl p. 114.