Band 
Dritter Theil.
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Der jülicher Erbfolgestreit.

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von Savoyen abzuschließen. Karl Emanuel hatte mit seiner ge-wöhnlichen Schlauheit erkannt, daß in der jetzigen Lage der Dingeder König mehr seiner bedürfe, als er des Königs. Er zog alsonunmehr die Verhandlungen in die Länge und erhob mannichfacheSchwierigkeiten, um bessere Bedingungen von Frankreich zu er-halten (Ende Febr., März); ein Verfahren, welches Heinrich IV.sehr unwillig stimmte, so daß er sich des Ausrufes nicht erwehrenkonnte, der Herzog sei ein Verräther und Betrüger. Trotzdemsah er sich gezwungen, zu schleuniger Zusriedenstellung des Her-zogs sich zu entscheiden. So hatten die beiden Fürsten ihre frühernRollen vertauscht! Hörte man doch, daß der spanische Geschäfts-träger in Genua, Jüan Vives, sich längere Zeit in Turin auf-hielt und dort eifrig unterhandelte; und daß wirklich Karl Emannellaut davon sprach, den Philibert Milliet, Bischof von Maurienne,nach Spanien zu schicken, damit dieser ihn wegen der von Frank-reich ausgestreuten Gerüchte rechtfertige, darthue, wie der Herzognie etwas anderes verhandelt habe als eine einfache Vermählung,die noch gar nicht abgeschlossen sei — allerdings eine kecke Lüge —und endlich von dem Katholischen Könige die älteste Jnfantin ver-lange: gäbe man ihm die, so werde er mit Frankreich jede Ver-handlung abbrechen, ja mit Fuentes' Hülfe dasselbe bekämpfen.')Waren auch solche Ankündigungen und Behauptungen des Herzogsaugenblicklich kaum ernsthaft gemeint, so mußten sie doch Frankreichveranlassen, baldmöglichst jedem Zweifel ein Ende zu machen.

Deshalb schrieb Villeroy an den Herzog einen ganzLiebe undVer-trauen athmenden Brief, in dem er ihm versicherte, daß keine spanischeList, Lüge und Erfindung das Vertrauen des Königs zu seinen Ver-bündeten erschüttern vermöge, wie der König demselben gern per-sönlich erklären möchte, „indem er ihm als seinem guten Bruder undvollkommenen Freunde das Herz öffnete." Villeroy bezeichnete eswiederholt als dringend, die Unternehmungen gegen Mailand zu

y N8. Dcp. ül'aldini's v. 12. Mai.