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Georg Eberhard Rumphius 1627-1702 / Arthur Wichmann
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Geographischer Anzeiger.

hat all dieses Ungemach nicht allein wie ein Held getragen, ;sondern die Häufung widriger Geschicke scheint ihn nur zu er-höhter Tätigkeit angespornt zu haben.

Sein Hauptwerk ist dasHerbarium Amboinense in 6 Folio-bänden 17411750 von Joh. Burmannus herausgegeben. Aufser- 'dem hat er verfafst, eine Landeskunde von Amboina nebst grofserKarte, eine Geschichte von Amboina , drei Bücher von den Luft,Wasser und Land bewohnenden Tieren der amboinischen Inselnund eine Reihe kleinerer Schriften. Mit dem Abschlufs seines letztenWerks, der Amboinischen Raritätenkammer, am 1. September 1699,hatte er die sich gestellte Lebensaufgabe zu erfüllen vermocht.Damit war zugleich der Wechsel, welchen dieAcademia Na-turae Curiosorum (Leopoldin-Carol. Akademie) gezogen, indemsie ihn bereits 1681, unter dem Namen Plinius Indicus, zuihrem Mitgliede erkoren hatte, eingelöst worden. Noch konnteer einen Nachtrag zu seinem Kräuterbuch liefern, dann aberführte ein schnelles Nachlassen der Spannkraft am 15. Juni 1702zum Erlöschen auch des Lebenslichtes*).

Wir können an dieser Stelle von diesem merkwürdigen Manne

*) Seine Biographen sind: Du Petit-Thouars, Biographie universelle,XXXIX, 1825, S. 317; A. Guil. E. Th. Henschel, Diss. inaug. Vratis-laviae, 1833; P. A. Leupe, Natuurk. Verhandel. K. Akad. v. W. XII,Amsterdam , 1871, Nr. 3; E. Wunsch mann, Allgem. Deutsche Bio-graphie XXIX, 1889, S. 663; M. Greshoff, Encyclopaedie van Nederl.Indie III, 1901, S. 465. Zur Erinnerung an die 200. Wiedeikehr seinesTodestags hat das Kolonial-Museum in Haarlem eine Rumphius -Medailleschlagen lassen und zugleich einGedenkbuch herausgegeben.

nicht Abschied nehmen, ohne seiner Verdienste auf erdkundlichemGebiet mit wenigen Worten zu gedenken. Da möge denn zu-nächst hervorgehoben werden, dafs sein Herbarium auch inpflanzengeographischer Hinsicht eine der zuverlässigsten Quellenfür den Indischen Archipel geblieben ist. Ferner finden sich indemselben und sodann auch in der Raritätenkammer eine Füllevon Mitteilungen über Gebiete, die zum Teil selbst jetzt un-erforscht sind. Man hat dies dem Umstand zu verdanken, dafser in unerreichtem Mafse die Gabe besessen hat, das Vertrauender Eingebornen nicht allein zu gewinnen, sondern auch hin-sichtlich ihrer Angaben Wahrheit und Dichtung von einanderzu scheiden. Von Wichtigkeit sind auch seine Untersuchungenüber Niveau Verschiebungen, über die sogen. Weifse See u. a. m.Seinen rein beschreibenden Arbeiten ist es besonders schlechtergangen. Seine Landeskunde, wie auch seine Geschichte vonAmboina , ruhen noch ungedruckt im Reichsarchiv, allerdingsnicht unveröffentlicht, denn beide Werke wurden von dem Pre-diger Fr. Valentijn in ergiebigster Weise ohne Nennung derQuelle für sein WerkOud en Nieuw Oost Indien?*aus-geschrieben. Die auf Erkundigungen beruhende Beschreibungder Westküste von Neu-Guinea wurde wenigstens noch im Jahre1856 herausgegeben.

Der dauernde Wert seiner Arbeiten beruht nicht allein aufder peinlichen Gewissenhaftigkeit aller Beobachtungen, sondernauch auf dem ausgesprochenermafsen gehuldigten Grundsatz, denGoethe später in die schöne Form kleidete:Das Erforschlichezu erforschen und das Unerforschliche ruhig zu verehren.