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gepflanzte Körner-Eiche geschmückt, von unserm Colt. Grüllich aber in schwungvoller Rede dem jugend-lichen Helden, dem die Feier galt, eine von Vielen mit Freuden ausgenommene Anerkennung ausgesprochenward. Patriotische Gesänge, in engster Beziehung zu der Bedeutung des Tages stehend, gaben den -Gefühlen Aller noch in besonderer Weise Ausdruck.
Von eigentümlichem Ernste war die Feier des 18. October. Nachdem Vormittags einekirchliche Feier vorausgegangen war, schloß sich Nachmittags 3 Uhr für unsre Schüler, wie für die Bau-gewerkenschule und die obern Classen der allgem. Stadtschule, noch eine besondere Schulfeier im großenSaale des Ratbhauses an. Der Director hatte die Festrede übernommen. Indem er es versuchte, dieFrage zu beantworten: „Wie stellen wir uns als Sachsen zur Jubelfeier der Völkerschlacht?" — konnteund wollte er die Schwierigkeiten nicht umgehen, die bei dieser Frage sich entgegendrängen; er darf glauben,daß er, indem er ein Sachsenherz reden ließ, in vollem und lebendigem Zusammenhange mit denpatriotischen Gefühlen sich erhalten hat, welche weithin durch das deutsche Vaterland Millionen bewegten.Eine Reihe von Gedichten, welche der Bedeutung des Tages zu entsprechen schienen, trugen der TertianerZürn, der Realschüler (3. Cl.) Junge, der Primaner Tränkn er, der Realschüler (2. Cl.) Rehschuh,der Realschüler (1. Cl.) Ackermann und der Seeundaner Patzig vor. Gesänge des ganzen Cötus,eingeübt vom Cantor Fischer, schloffen an entsprechenden Stellen sich an.
Die Wiederkehr des 12. December vereinigte in gewohnter Weise Lehrer und Schüler der ver-einigten Anstalten zur Geburtstagsfeier Sr. Majestät des Königs. Bei dem eigentlichen Festactus,in den Morgenstunden des bezeichneten Tages, hielt I)r. Habenicht die Hauptrede, welche Antworten aufdie Frage gab: „Welche Ursachen der Sachse hat, am Geburtstage seines Königs zu singen: Nun danketAlle Gott." Von unsern Schülern behandelte der Primaner Ernst Fabian das Thema: „Huil>u8oommoti eausis liomaiii aetatorn ^nAirsteam kelioissiruana praockioavsrint."; der Realschüler (1. Cl.)Adolph Ackermann suchte in französischer Sprache „die Stellung Sachsens während des dreißigjährigenKrieges" zu zeigen; der Seeundaner Reinhard Werthschitzky endlich sprach in deutscher Rede „von demEinfluß des Patriotismus auf das Studium der Wissenschaften." Der Gymnasialchor unterstützte die Feierdurch Vertrag patriotischer Gesänge.
Die Abendstunden vereinigten sämmtliche Schüler mit ihren Lehrern wieder zu froher Unterhaltung.Während für die Schüler der obern Classen ein Ballfest veranstaltet war, ergötzten sich die jüngeren anMaskenscherzen, Turnspielen, heiteren Umzügen, in besonderer Weise noch durch Aufführung lebender Bilder(z. Th. Scenen aus der sächsischen Geschichte), wofür Coll. Schulze ausgedehnte Mühwaltung übernommenhatte; natürlich fehlte es auch an fröhlichen und ernsten Gesängen nicht.
Von den jährlich wiederkehrenden Gedächtnißreden hielt diesmal, der bestehenden Ordnunggemäß, der Subrector Michael die Justische (den 20. Aug.) und die Keimannische (den 7. Octbr.) Injener sprach er „äs OrpRsi kaloula«, woran dann herzliche Worte der Erinnerung an den verewigtenSchiefer sich schloffen; in dieser „cks mMvriis Orpickois.« Als Programme zu beiden Reden erschienengedruckt: Duao orationos <1v m^sterüs DIensiniis I, II, 1. — Der Conrector Fachmann hielt am29. Octbr. die Seligmannische Rede: „<Io vita roliusipno Aostis ÄI. ^.ntonini IRilosoplii- ; am 2. Decbr.folgte, von demselben gehalten, die Winklersche Orativn: „äs äootrina öl. ^.ntonini IMilosoplii". AlsEinladungsschriften zu diesen beiden Reden sind erschienen: Oo ar^umonto librorum ^ristoteÜL ckeanima I und II. ' — Am 22. Decbr. hielt der Director die Hoffmannische Gedächtnißrede: „überdas Verhältniß der Gymnasien zur Entwicklung unsrer Literatur während der zweiten Hälfte des vorigenJahrhunderts."
Die zuletzt berührte Feier bot dem Director zugleich Gelegenheit, dem bisherigen CollegenSchubert, den das Vertrauen des Stadtraths in die neubegründete Stelle eines zweiten Catecheten
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