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Programm des Königl. Gymnasiums in Rottweil zu Schlusse des Schuljahres 1872-73 : I. Die astronomischen Anschauungen des Nicolaus von Cusa und seiner Zeit. II. Nachrichten über das Gymnasium vom Schuljahr 1872-73 / von Prof. Dr. Schanz, Rektor Dr. Schneiderhahn
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Der Anfang des Jahres war nicht weniger verschieden. Die Römer begannenmit dem März, die Juden mit dem September 1 ), die Griechen, Agyptier und Persermit dem Oktober. 2 ) Indessen gibt es keinen festen Jahresanfang, wenn.man nichtdas Sonnenjahr von 3Gb i j i Tagen zu Grund legt, Denn die Perser und Ägyptiervariiren je nach 4 Jahren um einen Tag, ebenso die Araber und Juden. Die Christenbeginnen mit dem 25. März, weil an diesem Tag das Fest der Verkündigung undMenschwerdung ist 3 ), obwohl sie den Italienern folgend den ersten Januar als An-fang nehmen. Alle, mit Ausnahme der Chaldäer, haben einen doppelten Grund fürihre Zählung, die Rückkehr der Sonne und die Mondsphasen. Diesen entsprechendie Monate. Desshalb wurden die Monate zu 30 Tagen berechnet und dann 5 Tageaddirt, um die Uebereinstimmung mit der Sonne herzustellen. Nach diesem Vorganghat Julius Cäsar den Monat zu 30 Tagen bestimmt und die Schalttage vertheilt, nichterst am Ende beigefügt wie die Griechen. Die Araber machten genauer zwei Monategleich 59 Tagen und fügten elf mal in 30 Jahren einen Tag hinzu, so dass dann dieletzten zwei Monate gleich 60 Tagen genommen wurden.

Die Unterabtheilung der Monate war überall die siebentägige Periode, 4 ) obwohlin Betreff des ersten Wochentags und der Namen Verschiedenheit herrschte. Beiden Christen ist der Sonntag der erste Wochentag, hei den Griechen und Alexan-drinern der Montag (die früheren Griechen hatten Dekaden), in der Äre Jesnargitsder Dienstag, in der Nabuchodonosors der Mittwoch, bei den Heiden der Donnerstag,

*) Nach der Gefangenschaft begannen die Juden das Jahr mit dem Oktober. Apud orientalespopulos post collectionem trngum et torcularia, quando decimre deferebantur in templum,October erat primus mensis, et Januarius qnartus. Hier, comm, in Ezecb. I, c. 1. Ideler I,522.Quamobrem cum Judcei lunarem annum et Neomeniarum EiriÄoyiffitoe; inciperent abautumnali mense, essetque tum autumnalis cardo , ex Julii Cresaris definitione, dies XXIY.Septembris , Latini numeros aureos, cyclumque suum ab eodem die cceperunt. Petavius dedoct. t. I. c. 15. S. 329.

2 ) Die Griechen hatten den Jahresanfang ursprünglich mit dem Gamelion, später mit dem Hokata-tombäon. Ideler I, 280. 371. Die syrischen und arabischen Schriftsteller zählen vom 1. Oc-tober. Hin und -wieder wird für das seleucidische Jahr, der September angegeben. Ideler I,452 f. II, 434.

8) Andere Anfänge waren: 25. Dezember. 1. Januar. 1. März. Osteitag. Arago IV, 557.

4) Dies gilt nur von der späteren Zeit, Es gibt keine sichere Spur, dass die Wocho im bürger-lichen Leben vor Erhebung des Christenthums zur Staatsreligion irgendwo ausser in Judäa im römischen Reich bestanden hat. Ideler I, 180 f. Die Araber hatten die Woche wie dieHebräer II, 473. Dagegen findet sie sich bei andern Völkern.Die Einteilung der Zeit nachsiebentägigen Wochen treffen wir in den verschiedensten Gegenden der Erde an; sie mussdaher in der Natur selbst begründet sein. I, 86 f.Sie ist von hohem Alter; denn schonim 2. Kapitel der Genesis wird ihrer gedacht. Doch scheint sie den Hebräern nicht eigen-thümlicli, sondern allen semitischen Völkern gemein gewesen zu sein. I, 88. Arago glaubt,dass die Ansicht der meisten Gelehrten jetzt dahin gehe, dass bei den Juden, Ägyptern, Chal-däern und Arabern die Woche als Zeitmass gegolten habe, dieselbe aber in Persien, Griechen-land, Rom, Karthago u. s. w. unbekannt gewesen sei. IV. 523.