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Chronometerbestimmungen 7' 26"47 i west. Kopenhagen , oder 33' 31"83^ ost Paris .Sternbedeckungen 7 25,10) — — — 33 33,20) —
Polhöhe.
Durch Beobachtungen mit dem Meridiankreise auf der Stelle sollte diese genauerbestimmt werden. Da der Kreis, welcher die nämlichen Dimensionen und Constructionenhat, wie die Kreise desselbigen Künstlers in Königsberg und Altona , von München ankam,hatte das Fernrohr 5 vertikale und 2 horizontale Filamente, <Jie letzteren in einem Abstandvon einander = 74"3. Da dieser Abstand zu gross war, um den Stern mit einigerSicherheit in der Mitte einstellen zu können, so setzte ich im Februar 1835 neue Fila-mente ein, nämlich 7 vertikale und 2 horizontale, die letzteren in einem Abstand von ein-ander = 13"66. Die Alhidade hatte eine feste Libelle, welche nicht umgelegt werdenkonnte. Könnte man voraussetzen, dass das Glasrohr, welches gegen zwei hervorsprin-gende Spitzen an jedem Ende der umschliessenden röhrenförmigen Einfassung durch eineFeder gedrückt war, immer dieselbige Lage gegen die Alhidade behielte, so könnte dieseEinrichtung brauchbar sein. Da aber die Glasröhre auf beiden Enden mit hygroscopischemPapir umwickelt war, da man bisweilen Staub von der Oberfläche der Röhre abwischenmuss, da endlich Temperaturveränderungen die Form der messingenen Einfassung ver-ändern, und die geringste Erschütterung bei der Umlegung des Kreises die Lage derGlasröhre leicht verrücken kann, so würde eine solche Voraussetzung gewagt sein.Dieses hat auch die Erfahrung bestätigt. Durch verschiedene Beobachtungsreihen derSterne zwischen 81° nördlicher und 76° südlicher Zenithdistanz bestimmte ich von 1835bis 1839 in beiden Lagen des Kreises, die Lage des Polpunktes auf dem Kreise, und fanddiese ziemlich veränderlich. Die Polhöhe wurde zwar im Allgemeinen zwischen 59° 54'42"3 und 43"1 gefunden; stieg aber bei etlichen Reihen bis 45"3. Ich bestellte daher imJahre 1839 bei Repsold einen Stahlcylinder, der in ein Paar Pfannen auf der Alhidade ge-legt wird, und ein Niveau, welches auf den Cylinder gesetzt und umgelegt werden kann.Dieses Niveau wird bei jeder Beobachtung zugleich mit den Nonien 1 und 3 abgelesen;nachher umgelegt und wieder zugleich mit den Nonien 2 und 4 abgelesen. Eine Quellezu einer Verrückung in der relativen Lage der Collimationslinie gegen das Niveau kannvielleicht aus folgendem Umstand abgeleitet werden. Das Gewicht des Instruments wirdbekanntlich grösstentheils durch Gegengewichte gehoben, welche auf Hebeln auf beiden