XII
Hier hat J wieder dieselbe Bedeutung wie im §. 3. Auchwird c durch diese Formel unmittelbar als Bogenlänge fin-den Halbmesser 1 erhalten, und muss demnach, um Sekundenzu geben, noch mit 206264,8 multiplizirt werden.
Diese Rechnung findet z. B. Anwendung, um in einemgegebenen Punkte sich in Beziehung auf die wahre Richtungdes Meridians zu orientiren.
§. 6.
Es seien A und B zwei Punkte der Erdoberfläche unda und b die entsprechenden beiden Punkte der GaussischenProjektion. Dann versteht Gauss
1) unter dem Azimuth in plano des Punktes b in a,welches mit d bezeichnet werde, den Winkel, welchen die ge-rade Linie a b im Punkte a mit einer aus u nach Süden ge-zogenen Parallele zu dem Meridian von Göttingen bildet;
2) unter dem Azimuth auf dem Sphäroid des Punk tes B in A, welches mit 0 bezeichnet werde, den Winkel,welchen die geodätische Linie A B im Punkte A mit eineraus A gezogenen Linie bildet, deren Projektion auf dieGaussische Projektions-Ebene eine nach Süden gerichteteParallele zu dem Meridian von Göttingen ist.
Beide Winkel werden von Süd über West etc. gezählt.
Den Unterschied 0 — (-! dieser beiden Winkel kann mansich zur Anschauung bringen, wenn man die geodätischeLinie AB auf die Gaussische Ebene projizirt; denn man wirdbemerken, dass diese Projektion immer ihre konkave Seitenach der Abscissen-Achse wendet. Der Lhiterschied Q—tt istimmer, so weit das Gebiet der Hannoverschen Landesvermes-sung sich erstreckt, ein kleiner, positiver oder negativerWinkel.
Verschieden von beiden ist das gewöhnliche oder astro-nomische Azimuth des Punktes B in A, und zwar hat manimmer, wenn man dieses letztere mit T bezeichnet,
@=T-\- c
wo c die Meridian-Konvergenz im Punkte A bedeutet.