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Die Insurrektion habe nur größtentheils noch in der Vorstadt St.Antoinc statt. Der Präsident bemerkte aber, er dürfe es kaumwagen, zu sagen, um welchen Preis die Errungenschaften diesesTages erkämpft worden seien. — Der General Negrier, dessen Hander vor wenigen Augenblicken noch gedrückt habe, sei dem Todenahe. Der Kollege Charbonel sei auch verwundet, ebenso Dornes,von dem er gestern Nachricht ertheilt habe. Die Betrübniß sei tiefund allgemein, aber nichts könne den Muth der Versammlungbeugen.
Ein anderer schrecklicher Bericht mochte die Versammlung intiefe Trauer versetzt haben. Ja eine der empörendsten Episodendes Kampfes bildet die Ermordung des Generals Broa, vonwelcher hier eine Schilderung folgt.
Schon am 24. Abends wurde, wie bereits bemerkt, GeneralDamesme an der Ecke der Straße Sie. Geneviöve verwundet, wodie Insurgenten eine Terrasse des Kollegiums Henri IV. und einefürchterliche Barrikade noch innehatten, und General Brea über-nahm nun statt Damesme das Kommando. Am 25. Juni nunließ Brea die Straße Mouffetard rekognosziren und die verdächtigenHäuser visitiren und entwaffnen, sodann besetzte er die Kasernel'Oursine, die man den Abend vorher in Brand zu stecken gesuchthatte. Gleichzeitig vertraute er dem ersten Bataillon Mobilgardeden Posten der Mairie des zwölften Arrondisscments an, stelltesich dann, begleitet von dem Volksrepräsentanten de Ludre, andie Spitze von 2000 Mann Linientruppen und Nationalgardenund zwei Stücken Geschütz und marschirte die Straße St. Jacqueshinauf nach der Barriere von Fontainebleau. Auf der Höhe der-selben ohne wesentliches Hinderniß angelangt, traf er auf eingroßes Viereck von Barrikaden, gegen welche er seine Geschützevorfahren ließ. Vier Insurgenten stiegen indessen durch eine Seiten-thür der Barriere von den Barrikaden herab, näherten sich demGeneral, versicherten ihre Anhänglichkeit an die Republik undschlugen ihren „Brüdern", den Soldaten, vor, auf die Barrikadenzu kommen und mit ihnen zu fraternisiren. Der General, in derAbsicht die Aufrührer zur Niederlegung der Waffen zu bewegen,näherte sich hierauf, in Begleitung des Oberstlieutenant Thomasvon der Mobilgarde, der beiden Bataillonskommandanten Theilund Dupont von der Nationalgarde, eines Jnfanteriemajors unddes Adjutanten, Kapitän de Maugin, so wie des schon bemerkten