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Die neuesten Weltereignisse im Jahre 1848 / von J.J. Leuthy
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47
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densverhandlungen auf die Grundlage des Entwurfs zu Bellevuevom 19. Juli ertheilt, in Folge dessen der preußische Generalmajorv. Below am 26. August 1848 zu Malmö mit den dänischenKammerherren Heym von Bille und Holger Christianvon Den!) unter schwedischer Vermittlung einen Waffenstillstandmit folgenden wesentlichen Bedingungspunkten abschloß, welcher am2. September ausgewechselt ward.

1. War die Dauer des Waffenstillstandes auf 7 Monate, mithin bis zum28. März 1849, ausgedehnt.

2. Die nach fruchtlosem Ablaufe des Stillstandes wieder einzunehmendenStellungen der Heere räumten den Reichstruppen ganz Nordschleswig ein, wasam 27. Juni noch nicht der Fall war.

3. Die Sperrung der Häfen Lurch dänische Schiffe hörte auf.

4. Die Kriegs- und politischen Gefangenen wurden gegenseitig ausgeliefert.

5. Zehn Tage nach Bestätigung des Vertrages wurden die genommenenSchiffe zurückgegeben, wogegen aber auch die in Jütland ausgeschriebenen Lie-ferungen vergütet wurden.

6. Dänischer Seits blieben 2000 Mann in Alsen, deutscher Seits 2000 Mannin Holstein zurück. Die Landestruppen wurden unter die Befehle eines deutschenBundesherrn gestellt, die fchleswigischen nicht aufgelöst, der neuen Regierungaber die Befugniß zur Beurlaubung von Offizieren und Soldaten, so weit eszur Erleichterung des Landes nöthig erachtet, eingeräumt; was im Vergleichezu den früheren Bestimmungen etwas günstiger erschien.

7. Eine neue provisorische Regierung ward gebildet, wozu der König vonDänemark 2 und der König von Preußen im Namen des deutschen Bundes2 Mitglieder zu wählen hatte, beide zusammen aber den Obmann ernannten,worauf Generalmajor v. Below, der preußische Unterhändler, mit unbegreif-licher Unkenntniß der Verhältnisse, seine Zustimmung zur Ernennung des GrafenKarl v. Moltke-Nütz schau als Obmann gab und damit alle Volksgefühle inSchleswig-Holstein aufs tiefste verletzte, weil dieser Graf v. Moltke als einMann von streng aristokratischer Gesinnung sich den Ansprüchen der Herzog-thümer von jeher abgeneigt gezeigt und Christian VIII. bei alle» seinenGewaltschritten mit seinem Rathe unterstützt hatte, ja sogar der Urheber desoffenen Briefes desselben, mithin am wenigsten befähigt war, in so kritischenZeiten versöhnend und vertrauensvoll zu wirken.

Alle, sowohl von der dänischen als von der provisorischen Regierung derHerzogthümer seit dem 17. März 1848 erlassenen Gesetze und Verordnungenwurden kraftlos erklärt und deren erneuerte Wirksamkeit der neuen provisorischenRegierung anheim gestellt, unbeschadet den künftigen Friedensbedingungen.

8. Die holsteinischen Bnndeslruppen behielten nach dem FriedensschlußHolstein besetzt. In Schleswig blieben nur die Stämme der ausgchobenenRegimenter während des Waffenstillstandes stehen.

8. Der König von Dänemark und der König von Preußen Namens desdeutschen Bundes ernannten jeder einen Bevollmächtigten zur Ausführung des