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Die neuesten Weltereignisse im Jahre 1848 / von J.J. Leuthy
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und überwarfen sich bei jedem Schusse, alle Kugeln aber sollen die Stadlerreicht, Häuser entzündet, oder anderweitigen Schaden angerichtet ha-ben. Auf gleiche Weise wurde von Campalto her aus 2 Kanonen, diean der Nordseite der Stadt gelegene Insel Murano beschossen. DieBewerfung des Forts Sän Secondo und der entgegengesetzten Brücken-balterie hatten ebenfalls ihren regelmäßigen Fortgang. Vom 29. Julibis 22. August sollen im Durchschnitte täglich 450 Kugeln zu 24 Pfund,130 Granaten und 400 Bomben verschossen worden sein.

Während der Belagerung hatten verschiedene Unterhandlungen statt-gefunden, allein zu keinem Ziele geführt. Der Palast des Crzbischofs,Kardinal Monaco, wurde von einem eraltirtcn Haufen Volkes, worun-ter Viele Soldaten, gestürmt, weil dieser Prälat eine auf Uebergabe hin-wirkende Bittschrift in Zirkulation gesetzt hatte. Venedig sollte eine freieStadt bleiben, Oesterreich bloß eine Schutzherrlichkeit eingeräumt sein.Darauf wollte diese Macht aber nicht eintreten.

Noch am 1. August wurde ein Ausfall von Brondolo her unter-nommen, die österreichischen Vorposten zurückgedrängt und 200 Ochsen,welche, wie es scheint, in Folge vorheriger Bestellung in der Gegend be-reit standen, nach der »othleidenden Stadt geschafft. Zu dem Nahrungs-mangel und den Vielen Schrecknissen des Krieges, war daselbst noch dieCholera hinzugekommen, welche in den ersten 14 Tagen des MonatsAugust so stark wüthete, daß derselben bis auf 400 Personen in einemTage erlagen. Immer lauter wurde unter den nokhleidenben armenVolkskiassen der Ruf nach baldiger Erlösung.

Am 6. August übertrug die Versammelte Repräsentantenkammerdem Präsidenten der Regierung, Daniel Manin, noch die diktatorischeGewalt, damit er nach seinem besten Ermessen für die Ehre und RettungVenedig's sorge. Von nun an waren alle Bestrebungen Manin's nurnoch darauf gerichtet, für die Stadt die günstigsten Kapitulativnsbedin-gungen zu erhalten, um den ruhmvollen Kampf mit Ehren zu been-digen, welche Nothwendigkeit sich Niemand mehr verhehlte. Der Friedemit Piemont war inzwischen abgeschlossen, und somit an eine» länger»Widerstand nicht mehr zu denken. Den Befehl des Belagerungskorpsübernahm um diese Zeit General Gras Gorzkowski. Wenige Tage spätertraf in Italien die Kunde von der Unterwerfung Görgey's, respektive dermagyarischen Armee ein. Der letzte Anhaltspunkt für einen fortzusetzen-den Widerstand war damit auch für Venedig verschwunden.

Manin nahm am 12. August auf dem Markusplatz von der bewaff-neten Bürgerschaft Venedigs Abschied, und sagte unter Anderm in seinerRede:Der Name der Bürgerwehr wird geehrt in der Geschichte glän-zen, und was immer das Geschwätz unserer Zeitgenossen sei» mag, die