ich eine Eisenbahnschiene, nur von einem auffliegenden Stück, ummehrere Zoll gebogen fand. Fast überall gaben sich die Schreck-nisse der Zerstörung kund und wie viele Familien betrauerte»nicht geliebte Todte, welche in dem heldeninüthigen Kampfe fie-len. Die Zahl der getödeten Venetianer mag nicht gering sein.Diejenige der getöveten und smeist schwer) verwundeten Oester-reicher, über die ganze Dauer rer Belagerung, wirv aus 900 —1000Mann angeschlagen. Aber mehr als 10,000 Krieger erlagen den bös-artigen Sumpffiebern und eine eben so große Zahl hat die traurige Aus-sicht, an den Folgen dieses Uebels zeitlebens zu kränkeln. So wirdmit Menschen, wie mit materiellen Gegenständen Verfahren, im Ge-gentheil wird oft mehr auf das Materielle geachtet als aus dasMenschliche.
Die Freiheit Venedigs und Italiens ist größientheils für den Au-genblick verloren. Ferdinand 1l. von Neapel hat das weiße Bannerder Bourbonen wieder aufgepflanzt, im Kirchenstaate prangen aufsNeue die päbstlichen, in Toskana die großherzoglichen Farben; überdie Lombardei und das Venclianische breitet der Doppeladler seineFlügel. Sardinien ist noch der einzige Staat, der die italienischenDreifarbe» aufrecht erhält. Das herrliche Italien, die Wiege derKamönen, wird aber nicht unterdrückt bleiben, sondern sich gleich einemPhönir wieder ans dem Schulte erheben, und die Früchte seines lodes-mulhigen KampfeS genießen, namentlich das heldenmüthige Venedig,mir dessen Volkserhebung an Reinheit rer Mittel, Adel des Zweckes,Patriotismus und Staatsweisheit der Führer, Hingebung und Auf-opferung des Volkes, kein vereinzelter Volksaufstand von 1818 zuVergleichen ist.
14. Ungarns Heldenkampf gegen Oesterreich und Rußland.
Im zweiten Hefte dieses Werkes, Seite 148, ist Ungarns Helden-kampf gegen das Haus Habsburg beschrieben, und wir begleiteten im Ver-folg dieser Beschreibung die Magyaren in diesem Kampfe bis zu dem Au-genblicke, wo sie ihr Land von den eingedrungenen Oesterreichern gesäuberthatten. Die Kräfte des österreichischen Kaiserstaates an Mensche» undGeld waren erschöpft, der moralische Muth des Heeres so tief gesun-ken, daß den Truppen ei» Marschbefehl nach Ungarn wie ein ToreS-urtheil klang. In dieser verzweifelten Lage suchte der Kaiser, FranzJoseph, um russische Hülfe nach, und Kaiser Nikolaus sagte die Ver-wendung aller seiner Kräfte zur Unterdrückung des ungarischen Auf-