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Die neuesten Weltereignisse im Jahre 1848 / von J.J. Leuthy
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163
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lung seiner Streitkräfte genöthigt sein würde, um dünn über schwä-chere Abtheilungen mit überlegener Kraft herzufallen. Zur Ausfüh-rung dieses Planes waren die oben angeführten Stützpunkte trefflichgeeignet. In den Karpathen, in Komorn, in Siebenbürgen, zwischendem Festungsgürtel der untern Donau, konnten sich vier Heermassengedeckt ausstellen und ihre Zeit abwarten. Die den Russen und Oester-reichern entgegen gestellten schwächer» Abtheilungen fanden, nachdemsie die Feinde dem Plane nach tief ins Land gelockt hatten, einenSammelpunkt bei Großwarvei», wo sie, nördlich, westlich und südwest-lich, durch ausgedehnte Sümpfe geschützt, mit dem offenen Rückzugs-wege nach Siegenbürgen den Kampf in die Länge ziehen, und ihreGegner in den ungesundesten Stellungen festhalten, oder aber, wennein größeres Korps aus Siebenbürgen oder von der untern Donauzur Unterstützung herbeieilte, die Offensive ergreifen und eines odermehrere der feindlichen, durch Sümpfe getrennten Heere zurückweise»konnten. Die Ausführung eines .solchen Planes erforderte , um zugelingen, Muth und Ausdauer. Nur wenn das Volk sich um deshohen Zieles willen allen Entbehrungen unterwarf, Besitz und Eigen-thum den Feinden überließ, seine Ernte der Sichel, seine Häuser demFeuer preißgab, nur dann konnte Ungarn gerettet werden. Aber auchras Heer mußte auf glänzende Siege verzichten und in fortwährendenkleinen Gefechten Ausdauer zeigen. Schlich sich Verrath in seine Rei-hen, dann war Ungarn unrettbar verloren.

Ende Mai waren die ungeheuern Rüstungen der Russen beendet.Krakau war der Sammelpunkt der nördlich ziehenden Massen, vondorr beförderten die Eisenbahnen, auch die vberschlestsche auf preußi-schem Gebiete, die einzelnen Truppenabtheilungen. Für das Haupi-korps unter Paskewitsch war Dukla, an der ungarischen Grenze, derSammelpunkt. Hier fand sich der Kaiser von Warschau aus persön-lich ein, um die letzten Verabredungen zu treffen und die Truppendurch seine Anwesenheit zu begeistern. Zn Anfang äuni begannendie Bewegungen. Das dritte Armeekorps unter General Rüdigerrückte südlich über Ofal nach Lublo, wo es am 5. ankam und am 7.sich auf der Straße von Eperies bewegte, so daß seine Avantgarde andiesem Tage in Hethars sich befand. Das vierte Armeekorps mar-schirte in zwei Kolonnen, und zwar die eine von Dukla südlich nachKomarnick, die andere über Zboro nach Bartfeld südwestlich. Hierkam sie am 6. an und bewegte sich am 7. gleichfalls auf Eperies, Ka-ichau und Miskolcz. Das zweite Armeekorps nahm seine Richtungebenfalls auf Eperies, nur marschirte eS zwischen dem dritten undvierten Armeekorps, und zwar wieder in zwei Kolonnen von Tarnow