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3 (1872) Die Belagerung, der Waffenstillstand und Friedensschluss / G. Schneider
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15. Mein Hausherr.

in den Wald rufe so halle es heraus, und wie es doch seltsam,daß Frankreich, welches so leichtfertig Pflicht und Recht aus demAuge gesetzt habe, zugleich vorn Gegner alle Rücksichten undextremen Tugenden begehre, durch deren factische Vollziehungschließlich der eigene Unwerth geradezu umsomehr hervortretenmüßte, und der Werth des Feindes steigen würde.

All mein Reden jedoch war eitel, und ich sah, daßich der Unterhaltung eine andere Wendung geben mußte,denn Monsieur B. ist erstens ein Mann von fast 70 Jahren,dem ich als junger Mann immerhin und besonders An-betracht der Situation Frankreichs, ganz abgesehen vonder Meinigen, Rücksichten schuldig bin, ich sagte daher:Ouu xeräu dien psu, Huuuä Udomrour est snuve!"indem ich ihn hierdurch zu trösten gedachte, doch hatte ich michhier leider sehr geirrt, denn Sedan ist ihm eine untilgbareSchande und die Deutschen hätten, wenn wirklich eine starkeNation, es dabei bewenden lassen dürfen. Hätte Deutschlandanstatt sich zu vollem zu entschädigen, Großmuth bewiesen, sowürde Frankreich beschämt und zur Hochachtung verpflichtet ge-wesen sein, ein dauernder gesegneter Friede hätte sich ent-wickeln müssen, wohingegen jetzt Frankreichs erstes Unrechtvöllig gesühnt und entweder für Sedan, oder der Provinzenwegen der Kampf binnen Kurzem von Neuem entbrennen muffe.Klugheit geböte gegenwärtig natürlich unter allen UmständenFrieden, doch lieberwünschter, daß Frankreich untergeht, als daßes den Schimpf von Sedan oder die Annexion nicht berichtige.

Ich führe hier absichtlich diese Unterredung auf, da ich sieals bezeichnend erachte, denn Monsieur B. ist ein ächter Fran-zose, sowie ein in seiner Heimath, der Picardie, recht geachteterMann.

Es sind gewiß Tausende Personen in Frankreich imGeheimen derselben Ansicht und ist es wenn nicht gewiß, so dochkeinesweges unwahrscheinlich, daß in fünf Jahren ein neuer