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beit innerhalb desselben, im Sinne der Modernen zu individuali-sieren. Es lag ihm ob, die tiefsten Grundgedanken der Sage,den Untergang des Lichtgottes, der hier Siegfried, dort Balderheißt, den Kampf der Riesen, als deren einer Hagen eine indi-viduelle Physiognomie gewonnen hat, im Großen der Gesamt-schöpfung hervorleuchten zu lassen, und das that er, indem erals großer Mensch und Dichter seiner Zeit den erlösenden Ge-danken der christlichen Versöhnung in einer genialen Auffassungdes Dietrich von Bern Hinzugestaltete. Während diese tragischeZerstörung einer aus dem naiven Naturfrieden herausgeratenenWelt dargestellt wurde, die in Blutrache sich selbst vernichtenmuß, und auf deren Trümmern erst der Morgen einer milderenWeltordnung aufleuchten kann, drängte Hebbels ureigenste Dichter-natur zur individuellen Ausgestaltung all der Erscheinungen,welche in der großartigen Fabel auftauchen. In der That istder Genialität Hebbels dieses Jndividualisierungswerk in staunens-werter Weise gelungen und der Dichter verunglückt nur an einerStelle, nur da, wo die Urgestalten in Nebel zerfließen und woWohl niemals ein Dramatiker festen Fuß fassen wird. Ich meineden mystischen Hintergrund der Brunhildsage, den Nebel desnordischen Mythus, der sich hereindrängt, die Eingangsscenen derBrunhild im zweiten Stücke der Trilogie. Das Streben derBrunhild, in die Geheimnisse des All einzudringen und die Musikder Sterne zu Vernehmen, könnte uns lyrisch verständlich sein,als ein Stimmungsbild, als der Ausdruck einer subjektiven Em-pfindung, die sich aus den Grenzen des irdischen Daseins insUnendliche hinaussehnt. Im Drama zur Realität erhoben, alsLebensbestimmung aufgefaßt, ist uns dieses Streben vollständigdunkel und unverständlich und die große Scene, in der Brunhild,vom Sehergeiste ergriffen, uns diese unfaßbare Zukunft enthüllt,ist die Achillesferse des Dramas, oder um bei der Siegfriedsagezu bleiben, der verwundbare Fleck, der sich eben da auf demHaupte der Dichtung findet, wo sie aus der durchsichtigen Sphäreder Heldensage hcrausragt und von dem Nebel des nordischen