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Görner (1806), Bern, Bernstein, Blumenthal, HedwigDohm u. s. w.
Die zeitgenössische dramatische Produktion fremdnationalenUrsprungs hat sich in Bezug auf die deutsche Bühne nur voneiner Seite her mächtig erwiesen. Aus jener längst überwundenenPeriode, in der das Franzosentum den Ton und den Geschmackin Deutschland angab, hat sich immer noch eine unleugbare Vor-liebe für die dramatischen Produktionen der Nachbarn jenseitsdes Rheins erhalten. Daß diese Vorliebe trotz aller großartigenweltgeschichtlichen Ereignisse, welche endlich dem Deutschen dasVollbewußtsein seiner Kraft in allen Richtungen der Kultur ver-liehen haben, noch heute hin und wieder aus Krankhafte streiftund weit über die Grenzen eines edlen litterarischen Kosmopoli-tismus, der zu den Zierden deutschen Wesens gehört und diehöchste Ausbildung der Kultur bezeugt, hinausgreift — soll nieund nimmer geleugnet werden. Auf der anderen Seite war derlitterarische Kriegszustand, den eine Zeit lang eine Schar deutscherChauvinisten, wenn man sich dieses Ausdrucks bedienen darf, alsoeine Schar von Deutschen, die das Franzosentum erst recht, ohnees zu wollen, kopierten, gegenüber dem gesamten französischenDrama hervorrufen wollte — ein vorübergehender Traum, dessenErfüllung uns nicht einmal wünschenswert erscheint. Es liegtentschiedene Überlegenheit darin, daß der so feinfühlige litterarischeOrganismus der deutschen Bildung dem Fremden Geschmack ab-zugewinnen vermag, während der gebildete Franzose das Um undAuf seiner Anregungen aus dem engen Kreise einer einzigenGroßstadt zu schöpfen gewohnt ist. Das auszurottende Übel aufunserer Seite beginnt erst da, wo kunstfeindliche Geschäftsleuteuns mit wertlosen französischen Produktionen auf der Bühne be-lästigen und auf den Reiz des Fremdartigen und auf noch ge-meinere, verwerflichere Reize Gewicht legen. Hier aber kann nichtein blindeinherstürmender Fanatismus, sondern nur die ästhetischeUnterscheidung die Grenzlinie ziehen. Unsererseits wollen wir inenum gesonderten Kapitel über die sogenannte Mache der Fran-