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Die Grenze zwischen der Feld- und Waldkultur, in besonderer Beziehung auf die Länder des linken Rhein-Ufers, binnen dem Rheine, der Saar, Mosel und Aar : geschrieben für Freunde der Natur und des Waldes / von Ludwig Lintz
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Die Kultur der Gesellschaft, indem sie der Thätigkeitdes Geistes ein vielseitigeres Feld der Wirksamkeit er-öffnete, als das war, welches dem freyen Manne nurim Getümmel des Krieges oder der Jagd, die Schwingenseiner Kraft zu versuchen erlaubte; verbunden mit denimmer mehr steigenden Forderungen einer großen Be-völkerung , die nur da den Druck der Dürftigkeit nichtkennt, wo Fleiß und Industrie in ungehinderter Reg-samkeit die Produktion bezielen, deren der Boden fähigist; versetzten die Jagd aus der begünstigten Stellungeines privilegirten Standes in das engere Gebiet desallgemeineren Vergnügens; entzogen mithin dieser Ue-bung einen großen Theil ihrer frühern Wichtigkeit.

Die Bemühungen rühmlich gekannter deutscher Forst-männer, die Forstwirthschaft auf ein solides, vorurtheil-freyes Studium der Natur zu gründen und dieses Fachzu dem Standpunkte zu erheben, den die Theorie derNaturwissenschaften fortschreitend erreichte; haben übersie ein reiches Licht verbreitet und in der jetzigenForstwissenschaftslehre ein System aufgestellt, das denpraktischen Forstwirth bey allen seinen Verrichtungenbefriedigen kann.

Nicht so glücklich war bis jetzt die eigentliche Forst-direktionslehre, die nothwendig von einem höher« staats-