Buch 
Die Grenze zwischen der Feld- und Waldkultur, in besonderer Beziehung auf die Länder des linken Rhein-Ufers, binnen dem Rheine, der Saar, Mosel und Aar : geschrieben für Freunde der Natur und des Waldes / von Ludwig Lintz
Entstehung
Seite
103
JPEG-Download
 

10Z

den Bedarf der Industrie des Landes, das Bauholz undder in solcher Gegend so wichtigen Eisenhüttenwerke ver-steht, ist zwar in der Eifel noch nicht vorhanden; daman von jeher und bis zur letztcrn Zeit gewöhnt war,ohne Nachhall Haus zu halten, und so lange noch Holzda war, reif oder nicht gleichviel, dieses niederzu-hauen; jetzt aber, da nach vernünftigen Principien ge-wirthschaftet werden soll, findet man sich in der größtenVerlegenheit, wo einen Hieb anzulegen.

Die Holzpreisc sind für diese rauhe Gegend nicht seltenhoch, und die Hüttenwerke setzen dem nahen Augenblickeentgegen, wo sie, wegen Mangel an Holz, nicht mehrwerden Hütten können.

Daß es unter solchen ungünstigen Verhältnissen höchstschwierig sey, die Forst - und Landwirthschaft so zu ver-einigen, daß nicht die Verbesserung der einen den Ruinder andern befördere, wird niemand dem Hrn. Frommeben so wenig in Abrede'stellen, als daß nur langsam,nach und nach eine solche Vereinigung bewerkstelligetwerden kann.

Um hier zu helfen, wird, wie bey jeder andern Krank-heit, auf ihren Grund zurückgegangen werden müssen;diesen finde ich

1 ) in dem Majorats-Rechte, das seit undenklicher Zeitalle Güter dem ältesten Sohne zusicherte, und hier-durch die jüngern Geschwister äs tast» zu seinen Va-sallen und Dienern, die mit wenigem Mobiliar-Ver-mögen abgefunden und ausgesteuert wurden, herab-würdigte ;

2) in der rohen Unwissenheit, in der, bis zur franzö-sischen Besitznahme des Landes, Mönchsthum und derDespotismus kleiner Tyrannen, der Kellner, Amts-