10 Historische Einleitung.
freudig sechshundert Jünglinge aus den drey Landern, demerwähnten Grafen, der ihre Sitten ehrte, ihre Sprache redete,und darum auch ihren Herzen nahe blieb. ")
In der westlichen Schweiz leisteten die Herzoge von Zäh-ringen der Freyheit noch größere Dienste, indem sie durch Er-bauung Freyburgs und Berns, durch Bereinigung des niederenAdels in die Bürgerschaft derselben, durch Befestigung vonFlecken und Kirchhöfen, durch rege Wachsamkeit den besorgli-chen Anwuchs der Macht einiger großen Geschlechter hinder-ten. Ohne dieses wären aus Weißenburg , Grcyers, Welsch-neucnburg, Bucheck vielleicht Fürstenhäuser erwachsen und meh-rere oder einer derselben noch gegenwärtig in des Landes Be-sitz. Noch hatte Herzog Berthold der Fünfte mit kräftigerHand — wie Justinger sagt — „alle ander geboren Landes-herren vest unter seiner Ruthen gehalten, und mengklich, Armund Reich, beschirmt, denn er gar ein nothvestcr Herr warund krieghaft zu seinen Rechten, der niemand vertrug nochübersach." ") Da starb er kinderlos, und es endigte damitder erbliche Besitz der burgundischen Statthalterwürde. Vonda an bis aus Rudolf von Habsburg behauptet unter denHelvetischen Edlen keiner ein besonderes Uebergcwicht. Zürich und Bern zwar in kräftig aufblühender, doch noch unentw'ckel-ter Jugend, die Länder noch wenig bekannt und angefochten,die großen Geschlechter unter sich selbst zerfallen, der niedrigeAdel zahlreich und jenen furchtbar, beobachteten, schützten,schreckten, wie es der allgemeinen Freyheit heilsam war, sichgegenseitig, und wohl möchten die letzte Hälfte des zwölften,die erste deS dreyzehntcn Jahrhunderts für die Bewohner derBergschlösser im Umfange der Schweiz verhaltnißmäßig derglücklichste Zeitpunkt gewesen seyn.
Unabhängigkeit, das köstlichste aller Güter deS Lebens,die Gesundheit eines kraftvollen Körpers, erhalten durch Jagd,durch ritterliche Züge und Uebungen; mäßige und angenehmeBeschäftigung der Geister durch die Kunde, oder Erinnerungmerkwürdiger Abcnrheuer im gelobten Lande oder auf Rom -