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Wer sind wir, daß wir in stolzem Dünkel geläutertererVenuinst auf den Trümmern der Vergangenheit rücksichtslosden Stab brechen über sie? — Zwerge, die erschaudern vorder Kraft, so oft sie aus dem Buche ins Leben will; Vereh-rer der Freyheit, mitten in den Angewöhnungen der Knecht-schaft; Bespötter der Unwissenheit, aber ohne Ermächtigung,ein mühesam und mit tausend Opfern errungenes Wissen ver-kündigen zu dürfen. Die Burgen sind gefallen; aber in demThale wohnt das Glück noch nicht. Keine Leibeigenenpflügen mehr das Feld des Herrn; aber wir sind mit gesun-den Sinnen und vollem Bewußtseyn Geisteigene geworden.Solche Betrachtungen drängen oft dem Geschichtschreiber sichauf, der auf Ueberresten gepriesener Herrlichkeit den Blickherabsenket von den Höhen, wo Edle einst gewaltet und gc-hausct.
Von diesen zwey gemischten Gefühlen bemcistert das wohl-thätigere sich unseres Gemüthes, wenn wir von der Zinneder Burg in das blühende Gefilde schauen, wo Rudolf von Habsburg einst zum Schirm der Freyheit sich gewaffnet, undstattliche Ritter, in brüderlichem Vereine mit freyen Bürgernund Bauern unter das Panier des Ruhmes strömten. Hier,bey der Wiege des mächtigsten europäischen Herrschergeschlechtes,breitet sich aus vor uns, zunächst der Eingang in das classi-sche Gebiet der Freyheit; und rings in die Ferne stellen sichuns dar die jungfräulichen Firnen des Vaterlandes der ewi-gen Bünde , dasselbe wie mit einer einzigen großen Eismauerumgürtend. Und rings zwischen denselben schafft und wogtein, von der allgemeinen Zeitnoth zwar ebenfalls, und viel-fach verkümmertes, aber dennoch immerhin kräftiges und harm-loses Leben. Zerfallen sieht das nun selbst zierlose Haus aufdem Wülpelsbcrg alle die reichen und stolzen Schwester-Bur-gen in der Runde, aus denen einst des Adels und der Für sten Herrlichkeit gezogen; aber noch sieht es, und stolzer, freu-diger, zum ewigen Dom der Freyheit aufragen die Denkmalestill wirkenden Bürgersinnes, aufopfernder Selbstverläugnungund glorreicher Freyhcitstode; und noch, wie zu den Tagen,