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Zweyter Band.
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Kyburg.

nöthig, sich besonders durch Almosen zu Ehren des heiligen Ul-richs, das heißt, durch Geschenke für die Priester, der Erfüllungdes Wunders zu versichern.

Noch vor diesem Bischöfe Ulrich erwähnen die Geschichtendes Klosters St. Gallen jenen Jüngling Wolo aus dem Ky-burgischen Geschlechte,^) der als Mönch am Ende des neuntenoder im Anfange des zehnten Jahrhunderts daselbst lebte. Alstalentvoll und nach damaligen Begriffen gelehrt, aber als eintoller Wildfang wird er geschildert, weil weder Worte nochSchläge, die in der Klosterdisciplin jener Zeit eine so wichtigeRolle spielen, den freyen Sinn und das jugendliche Leben indem Geleise der mönchischen Regelmäßigkeit zu erhalten vermoch-ten. Sein Oheim von mütterlicher Seite war der Mönch Not-ker der Stammler (U-cklluIus) aus dem alten Geschlechte, wel-ches zu Elgg (Elgau, Helliogon'v,) zwey Stunden von Kyburgseinen Sitz hatte, und vielleicht mit den Kyburgern zu EinemStamme gehörte. Seine Lebensbeschreibung lehrt uns auch Not-kers beyde Freunde Tutilo und Ratpertus kennen. Diese dreySt. Gallischen Mönche waren die vertrautesten Schüler des ge-priesenen Lehrers Jso, und die von ihm gepflanzte Liebe für dieWissenschaften knüpfte unter ihnen ein festes Band, reizte aberauch die Eifersucht und den Neid der frommen Klosterbrüdcr.Besonders war der Mönch Sindolf immer beschäftigt, boshafteAnklagen gegen sie dem Bischöfe Salomon von Constanz einzu-flüstern. Als nun einst bei nächtlicher Weile die drey Freundenach ihrer Gewohnheit beysammen saßen, entdeckte Tutilo , daßSindolf vor dem Fenster ihre Gespräche belausche. Unbemerktschleichen auf seinen Wink die beyden andern weg; der schwacheund furchtsame Notker in die Kirche zum Gebete; Ratpertus ,um sich von Außen dem Horcher zu nähern. Jetzt reißt Tutilo plötzlich das Fenster auf, und ergreift den Sindolf beim Haare,während Ratpertus mit kräftiger Faust die Zuchtpeitsche hand-habet. Vergeblich greift Sindolf in das Marterwerkzeug; derZüchtiger läßt nur desto kräftiger einen Stock aus des Wehkla-genden Rücken tanzen. Endlich lockt der Lärm andere Möncheherbei, denen Tutilo mit lauter Stimme zuruft,sie sollen Lieh-