Band 
Zweyter Band.
Seite
141
JPEG-Download
 

Klil'ttrg.

I4I

von Tagerfelden den ersten May 1308 die bekannte Mordthatan dem Kaiser zwischen Windisch und Brugg . Betäubt, ohneHand anzulegen, sah die That der Mitvcrschworenc Rudolfvon Wart . Bald begann die schreckliche Blutrache, inwelcher Albrechts Kinder, vor Allen seine unmenschliche Toch-ter Agnes, vcrwittwctc Königinn von Ungarn, bei tausend un-schuldige Menschen jedes Standes, Alters und Geschlechtes,ihrer Wuth und Habsucht aufopferten. Damals wurden in derGrafschaft Kyburg das Schloß Wart bei Neftenbacb, und Mult-bcrg bei Pfungen , welches Jakob, dem unschuldigen BruderRudolfs von Wart gehörte, zerstört.

Lange Zeit fand nun keine feindliche Berührung mehrStatt zwischen den Zürichern und Kyburgern; Zürich sandtesogar mit Herzog Leopold fünfzig Mann in die Schlacht amMorgarten (1315), die alle dort sielen. In eben diese Schlachtzogen auch die Winterthurer , wie andere österreichische Ange-hörige; büßten aber nur einen einzigen Mann ein, der sich vonden klebrigen getrennt, und in die Reihen des Adels gestellthatte. Herzog Leopold selbst floh aus der Schlacht in seineGrafschaft Kyburg, und als die Knaben von Wintcrthur freu-dig den heimkehrenden Vatern entgegen liefen, begegnete ih-nen von Wenigen begleitet, und kaum auf dem Pferde sichhaltend, der vorher so stolze Herr, welcher tiefgebeugt jetzt dieStrafe Gottes für das in der Blutrache unschuldig vergosseneBlut erkannte. Indessen trafen die Verwüstungen, welcheder Kampf der Desterreicher mit den Eidgenossen herbeiführte,noch geraume Zeit die kyburgischcn Lande nicht. Geld und Leutemußten sie wohl liefern, aber in die Grafschaft selbst breitetensich die eidgenössischen Waffen noch nicht aus, und mit dembenachbarten Zürich dauerten freundschaftliche Verhältnisse fort.Diese wurden auch nicht gestört, als die Züricher im Jahr 1334die im Umfange der Grafschaft Kyburg liegenden BurgenHohcn-Tüfen, Frcyenstein und Schlatt zerstörten. Die Besitzerwaren wahrscheinlich keine kyburgischcn Vasallen und trieben dasadelige Räubcrhandwerk gegen Kaufleute und überhaupt gegenBürger. Sechs Jahre nachher (1340) sandten auch die Züricher