Band 
Zweyter Band.
Seite
158
JPEG-Download
 

158

Kyburg .

Kyburger gegen Wyl. Ihre Angriffe auf die Stadt wurdenabgeschlagen, doch führten sie große Beute aus der Gegendzurück. Ein blutiges Gefecht lieferten auch die Wintcrthurerund Kyburger am Hörnli den Tockcnburgern, die durchEidgenossen verstärkt wurden; sie mußten sich endlich zurückziehenund die Winterthurer allein verloren sechzig Mann; doch nichtAlle waren Bürger, denn österreichische Ritter und Söldner,die dort lagen, wurden unter dem Namen der Winterthurer mitbegriffen. Der größere Theil der Grafschaft selbst littaber in diesem Kriege weniger als in dem ersten. Zwar fühltendie westlichen Gegenden, und was an der Glatt liegt, vonKloten bis zum Grcifensce die Wuth der Feinde. Neuerdingserfuhren Einbrach, Wülach, Pfaffikon und die MooSburg beiIllnau das nämliche Schicksal wie im Sempacher- und Näfclscr-kricge; nur zwey Häuser wurden zu Einbrach übrig gelassen;auch die Burg Werdegg auf einem Hügel bei Hittnau undGryfcnberg, in der Herrschaft Grüningen, aber aus der Grenzeder Grafschaft, wurden zerstört. Aber nach Kyburg selbst, oderin die Gegenden jenseits der Töß, kamen die Feinde niemals,und das Gerücht, daß sie Wintcrthur belagern wollen, welchesim Frühjahr 1444 schnelle Verstärkung der Befestigung durchvereinigte Arbeiten der Weiber und Männer bewirkte, zeigte sichgrundlos.

In keinem Zusammenhange mit diesem fürchterlichen Kriege,vbschon in die Zeiten desselben fallend, ist eine Kriegsthat inder Grafschaft Kyburg, welche für die innere Sicherheit geschah.Im November 1443 zogen die Grafschastsleute, die Winterthurer und Dicßenhofcr unter dem Vogte Heinrich Schwend vor dieBurg Freyenstein am Jrchel. Mit Feuerpfeilen gelang esihnen, das Schindeldach in Brand zu stecken. Da übergab derBesitzer, Herrmann Künsch, die Burg und erhielt mit Wildhansvon Brcitenlandenberg, der nach zwey Jahren durch die tapfereVertheidigung von Greifensee und die Grausamkeit Jtal Nedingsdes Jüngern bekannt geworden, freyen Abzug. Sie hatten derumliegenden Gegend vielen Schaden gethan, wahrscheinlich nachder Sitte des Adels mit Räubereyen. Damals hielten sie einen