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Zweyter Band.
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Thun.

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ländlicher Wohnungen, längs dem Ufer des Stromes bis andie Thore der Stadt herzieht, während wieder am jenseitigenGestade eine lange Reihe hundertjähriger Weiden den äußerstangenehmen Fußpfad nach Schcrzlingcn beschatten. Dort, injenem thurmähnlichcn Gebäude, hat die Kunst einen Tempel;gehe hinein, Wanderer im Alpenland, — bewundere den Fleißihrer schweizerischen Söhne, — und laß dich angenehm tauschendurch das Anschauen des prächtigen Rundgemäldcs von derSpitze des Rigi , das, wohlgclungen, hier aufgestellt ist. —Bon Süden bis Norden dehnt sich stundenlang eine fruchtbare,nach allen Richtungen mit Straßen durchzogene Ebene aus,von üppigschwellenden Hügeln begränzt — und nach Nordwcstvon der Aar, einem breiten Silberbande ähnlich, durchschlän-gelt. Eine ungeheuere Allmend, — der ^heimischen Hccrde fried-liche Weid' und kriegerischer Uebungen Tummelplatz zu gleicherZeit, erstreckt sich an die Hügel von Thier a ehern undAmsoldingen und ein ganzes Register der schönsten undfruchtbarsten Güter, Landhäuser, Obsthaine, Waldstreifen, Dör-fer, Kirchen und Burgen, bekleiden Thal und Höhen. ImWesten erhebt ein hoher Gebirgswall seine abwechselnd grün be-grasten und grau felsigten Gipfel; hoch über sie alle ragt, wieauf zwey Schultern getragen, der gewaltige Felscnkoloß Stock-horn empor, und schaut weit hinaus in die Länder der Men-schen, hohen Genuß gewährend dem, der seine fünftausendFuß über die Fläch? des Thunersees erhabene Kuppe besteigt;weiter hin läuft diese Gebirgskette in niederere Hügel aus, diesich in unbestimmter Ferne verlieren. Im Norden öffnet sichein freundlicher, an das konolfingische Hügelland gränzenderThalgrund; — dort im reichen Schooße der Natur liegt dasgroße, hübsche Pfarrdorf Steffisburg , von Obstwäldcrnund Weinhügeln umgeben. — Endlich, ganz nahe im Osten,steht drohend der dunkle Grüsisberg, dessen nordwestlicheEcke den Riß eines Bergsturzes zeigt; sein Fuß trägt den Na-men Lau ine — und mit Recht, — seine Lage ist die eineshinabgcrutschten Erdstroms bis an die östlichen Mauern desScbloßbcrges — auf dessen ganzer Linie die Stadt, wie an-geschnitten, endigt. Wahrscheinlich (und dafür sprechen zum