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Der Wald im Haushalte der Natur und des Menschen / von Rudolf Weber
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IV. Die wirthschaftkiche Bedeutung des Waldes.

Während wir im Bisherigen den Wald nur als ein Glieddes uns umgebenden Natur-Ganzen betrachteten und seine Be-deutung nur im Zusammenhang mit den in großartigem Maaß-stab beständig stattfindenden physikalischen und chemischen Vor-gängen fanden, soll im Folgenden seine Bestimmung zurBefriedigung menschlicher Bedürfnisse in's Auge gefaßtwerden: Bekanntlich bedingt das Leben des Einzelnen, wie derzu ständigen Gesellschaften (Familie, Gemeinde, Staat) verbun-denen Menschen eine Menge verschiedenartiger Bedürfnisse, vonwelchen ein Theil unmittelbar aus der Nothwendigkeit der Er-haltung des Lebens entspringt, wie Nahrung, Kleidung, Woh-nung, Schutz gegen elementare Einflüsse, welche man zusammenalsNothdurft" bezeichnet, während ein anderer Theil erst durchhöher stehende Interessen der geistigen Veredlung oder gemein-schaftliche Zwecke hervorgerufen wird. Alles was zur Befriedi-gung dieser Bedürfnisse oder zur Erfüllung der verschiedenenvon der menschlichen Gesellschaft angestrebten Zwecke dient, heißtmanGüter".

Wie nun Jeder zur Bestreitung seiner Nothdurft nnd seinerübrigen Bedürfnisse beständig Güter verbraucht (consumirt")so legte die Natur auch in die Brust eines Jeden das Streben,sich Güter zu erwerben; das Leben des Einzelnen ist daher einbeständiger Wechsel von Bedürfniß und Thätigkeit zum Zweckeder Befriedigung desselben, weshalb eine ununterbrochene Be-dachtnahme auf Beischaffung und zweckmäßige Verwendung derGüter nothwendig ist, welcheWirthschaft" genannt wird.Je höher entwickelt das Leben ist, desto höher steigert sich auch

Weber, Der Wald. 4