n. Consrimtion der Waldprodukte.
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dennoch „Raubbau" genannt werden, weil er alle Jahreviel mehr Kali und Phosphorsäure seinem Boden nähme, als ererhielte. Bekanntlich erhält aber ein Oekonom auch in denstreugierigsten Gegenden nur eine verhältnißmäßig kleine Flächezur Streunutzung überwiesen, es vertheilt sich also das Em-pfangene auf ein größere Gebiet und es trifft in Folge dessennur ein unbedeutender Ersatz von Seite des so schwer geschädig-ten Waldes die landwirthschaftlich benutzten Gründe. DieserErsatz, den die Düngung zum Zweck hat, muß demnach in jedemFalle durch die thierischen Düngerstoffe und Wirthschafts-abfälle, dann durch den Ertrag der bewässerten Wiesenund durch Bezug käuflicher Dünger geschehen; die Wald-streu kann nur den Zweck haben, als Lager in den Ställen undzum Aufsammeln der Jauche zu dienen. Alle verständigen Land-wirthe sind aber darin einig, daß diese letztgenannten Zweckeauch ohne Streu viel besser erreicht werden können. Zweck-mäßig eingerichtete Stallungen können sowohl ohne Einstreu,als auch mit einer zeitweiligen, eine viel bessere Ansammlungder thierischen DUngmittel und größere Reinlichkeit des Viehserreichen, als es in den streuverschwendenden Gegenden die schlechtunterhaltenen Ställe vermögen. Die Erfahrung lehrt, daßgerade in den Walddörfern, welche alljährlich die meiste Wald-streu consumiren, die Düngerstätten in dem mangelhaftesten Zu-stande, die Stallungen am unreinlichsten sind und daß Jauchen-behälter meist ganz fehlen, so daß diese stickstoffreichen StoffeVon jedem Regengüsse aus dem Stalldünger ausgewaschen wer-den und in die Bäche abfließen.
In welcher Weise die Landwirthschast ihren Betrieb ändernmüsse, um sich vom Walde abhängig zu machen, ist hiernicht näher zu erörtern, sondern es muß nur der Grundsatzaufrecht erhalten werden, daß die höheren Erträge ausViehzucht oder Produktion von Handelsgewächsen we-nigstens theilweise zum Ankauf von Düngemitteln vonauswärts z. B. Cloakendünger aus Städten, oder von künst-lichen Dünger verwendet werden sollen. Ferner kann der Wald selbsttheilweise Streusurrogate liefern, deren Entzug ohne allenSchaden möglich ist, z. B. Farnkräuter, Besenpfriemen, See-gras, Riedgräser und andere sogenannte Forstunkräuter, wie auch