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Die im Bernstein befindlichen organischen Reste der Vorwelt / gesammelt in Verbindung mit Mehreren bearbeitet und herausgegeben von Dr. Georg Carl Berendt
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Aphis transparens. Germ. & Ber. Tab. II. Fig. 1.

A. transparens: supra fusca, subtus pallida, pedibus fuscis, alis albis, n i t i d i s s i m i s,vena costali fusca.

Vielleicht ein Lachnus, es ist aber schwer zu bestimmen, da man nicht weiss, ob die Fühler vollständigsind und der Hinterleib oben durch die Flügel bedeckt wird. Die Aehnlichkeit in Grösse und Bau mit

Aph. pini rechtfertigt es, diese Art vorläufig unter Aphis zu bringen.

Der Kopf ist vorn gerundet, breiter als der Vorderrücken, oben schwarz unten blass, der Schnabelwenig kürzer als der Körper. Der Rücken oben schwarz, dqrch einen Eindruck in Form eines Andreaskreuzesin vier gewölbte Felder getheilt. Hinterleib kurz und breit, auf der Unterseite an den Seiten erscheint erwie blasig aufgetrieben, was aber vielleicht nur von blasiger Beschaffenheit des Bernsteins herrührt. Fühlerkürzer als der Leib, nur der eine ist vollständig, aber gebogen, man bemerkt an ihm zwei kleine, dicke,dicht verwachsene Wurzelglieder, ein langes walzenförmiges drittes Glied, zwei gleichlange, becherförmigeGlieder, beide zusammen noch nicht so lang als das dritte Glied, ein dünnes fast pfriemenförmiges Endglied,das aber nochmals getheilt zu sein scheint. Vielleicht war noch ein siebentes Glied vorhanden. Die Flügel sindungemein gross, die Spitze ringsum gerundet, eine breite Ader läuft parallel mit dem Aussenrande, fast biszur Spitze; von ihr weg laufen drei Adern aus der Mitte schräg nach dem Innenrande, von denen sich die

äussere in ihrer Mitte gabelförmig theilt, eine vierte läuft von der Spitze in einem Bogen nach dem Hinter-

rande. Die Hinterflügel sind klein, der Aderverlauf nicht ganz deutlich beobachtbar. Die Farbe scheintweiss, durchsichtig und starkglänzend gewesen zu sein. Die Beine sind lang, dünn, braun, die Hinterschienenverlängert, die Tarsen zweigliederig, das erste Glied sehr kurz, zweilappig.

III. Fam. Cicadellina.

Gatt. T y p h 1 o c y b a. Germ.

Typlilocyba encaustica. Germ. & Ber. Tab. I. Fig. 9.

Die Gattung Typhlocyba, von welcher bis jetzt fast nur Arten aus Europa, Sibirien und Nordamerikabekannt sind, ähnelt der Gattung Jassus sehr. Die Hauptmerkmale sind: Mangel der Nebenaugen, elliptischesUntergesicht, mit etwas gewölbter Stirn und vieldornigen Hinterschienen. Da aber die Nebenaugen bei denkleinen Arten von Jassus oft sehr schwer, nur bei vollem Licht und unter sehr scharfer Vergrösserung zuentdecken sind, so ist es die Form des Untergesichtes, an die man sich hier halten muss, und die unserBernsteininsekt hierher bringt.

Der Kopf ist von oben gesehen, halbmondförmig, mit schmalem Scheitel, dessen Hinterrand eineetwas flachere Ausrandung besitzt als die Rundung des Vorderrandes beträgt. Der Scheitel biegt sich an derSpitze, ohne durch eine besondere Kante von der Stirn getrennt zu sein, und das Untergesicht zeigt eineeirunde, etwas aufgetriebene Stirn, von welcher sich die nicht sehr breiten Wangen allmählig nach denAugen zu verflachen, und nach dem schmalen Kopfschilde zu stark verschmälern. Die Fühler sitzen ineiner kleinen Quergrube zwischen Stirn und Auge, und führen eine an der Wurzel spindelförmig verdickteBorste. Der Vorderrücken ist fast doppelt so breit als lang, vorn stumpf gerundet, hinten noch flacherausgerandet. Das Schildchen bildet ein fast gleichseitiges Dreieck und hat vor der Spitze eine Quernaht.Die Deckschilde liegen fast senkrecht am Körper, sind ziemlich schmal und an der Spitze fast elliptischgerundet. Der Aderverlauf wird nicht deutlich sichtbar, die Flügel werden durch die Deckschilde bedeckt.Die Beine sind lang und dünn, die hintersten Schienen länger als die übrigen und dicht gedornt. Die Farbescheint blass gewesen zu sein, mit braunen Schätzungen, jedoch nicht scharf begrenzt. An der Wurzel desSchildchens bemerkt man drei dunklere Flecken, vor der Spitze zwei andere. Am Aussenrande der Deck-schilde zieht sich ein schwarzer, nach innen allmählig in Braun verlaufender, unter der Mitte unterbrochenerLängsstreif hinab, und auch die Spitze ist braun angelaufen. Ein anderer brauner Längsfleck steht auf demRückenfelde. Fig. 9. zeigt das Insekt von oben, b. das Untergesicht, d. den Fühler, c. ein Hinterbein.

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