56 Taz. XIII. 1. Buch Moſis Cap. 7. verſ. 7. 8.9.
Die Frey⸗Hauß iſt bereit, die Cammern ſind verſehen/Das Gnaden⸗Heer erhaͤlt Befehl hinein zugehen.Die Wunder⸗Begung bringt und zaͤhmet ſede Art,Speißt,/ traͤncket und verſorgt/ was treuer Schutz verwahrt.
As Urtheil, die gantze Welt zuverderben, war von GOTTbeſchloſſen und gefaͤllet: Sie-he ich will ſie ſamt der Er-den verderben, 1. B. Moſ. 6,
i 13. Siehe ich will einen
Waſſer ⸗Guß(eine Suͤnd-
Fluth mit Waſſer) auf Erden kommen
laſſen, alles Fleiſch zu verderben, darinn
ein lebendiger Athem iſt unter dem Him-
mel. Alles was auf Erden iſt, ſoll un-tergehen, v. 17. Es gieng aber GOTTESRath dahin, die Erde wieder neu aufzubauen,und da bey Untergang der erſten Erden unum-gaͤnglich alle Geſchoͤpffe zu Grunde gehen muß-ten, erforderte gleichwolen die neue Erdeneue Bewohnere; GOT dem HERRNwaͤre ein leichtes geweſen, alle Arten derThiere aufs neue zu erſchaffen, gleich in dererſten Schoͤpffung geſchehen; Allein es belieb-te Ihme, daß von denen bereits vorhandenenMenſchen und Thieren die Arten und Ge-ſchlechte ſolten fortgepflantzet werden; zu die-ſem Ende gebot Er dem Noah, allerley Thiervon allem Fleiſch in die Arche zu fuͤhren,in den Baſten zu thun) von jedem einPagr/ Maͤnnlein und Weiblein(Fraͤulein)daß ſie bey ihm das Leben erhalten,(le-bendig bleiben.) Von den Voͤgeln nach ih-rer Art, und von dem Viehe nach ſeinerArt, von allerley kreuchenden Thieren(Gewuͤrm) auf Erden nach ihrer Art,verſ. 10, 20. Und dieſe Thier und Men-ſchen haͤtte er durch uͤbernatuͤrliche Wunder-Krafft ohne Speiſe erhalten koͤnnen, dagegenaber hat ihme der ordentliche natuͤrliche Nah-rungs⸗Weg gefallen: Du ſolt allerley Spei-ſe zu dir nehmen, die man iſſet, und ſoltſie zu dir ſammlen, daß ſie dir und ihnenzur Nahrung ſeyen. So dann mußte dieArche ein Thier⸗Behalter oder Thier⸗Gartenſeyn, dergleichen die Welt weder zuvor nochhernach geſehen hat; mit einem Wort: Ein17 0 und Frey⸗ Hauß vor Menſchen undThiere.
So viel iſt indeſſen gewiß, daß diejenige Thie-re in die Arche nicht gekommen, welche ihr
Leben auſſer derſelben erhalten konnen, als daſind Fiſche, Schnecken, Muſcheln, Krebſe,ſamt allen was mit Schalen verſehen. Wirwollen auch ſolche nicht darinnen ſuchen, diegleich denen Maul⸗Eſeln aus zweyerley Ge-ſchlechten erzeuget werden; Hingegen getrauemir nicht dem Ungeziefer den Zutritt ſtrittigzu machen, wie zwar wol Auguſtinus nebſtandern ſonſt hochgelehrten Maͤnnern darumbehaupten wolten, weil ſie von dem Irꝛthum
unreine und Fleiſch⸗ fraͤſſige Raub
der ungleich artigen Zeugung eingenommenwaren; Inmaſſen ja dieſe kleine⸗ und kleineſteThierlein ſo wenig als die groͤſte Elephantenund Adler auſſer der Arche beſtehen koͤnnen/darum auch kein Zweifel iſt, es habe G Oc,der ſie auf ſo verſchiedene und wunderbareWeiſe in ſo ſeltſamen Geſtalten unterhaͤlt, undbeſtaͤndig auf einerley Weiſe fortpflantzet; auchin der Sund ⸗Fluth vor ſie geſorget, ob esſchon unnoͤthig iſt zu wiſſen und zu ſorgen/ wound wie ſie in der Arche ihren Platz genom-men.
So bleibet ferner eine richtige Sache daßNoah der ſorgfaͤltige Hauß⸗Vater die Archemit allem erforderlichen Vorrath vor aller
hand Thier, mit Schaafen vor die welche
Fleiſch eſſen, mit Fruͤchten, Korn und Henvor andere verſehen und eingeruͤſtet, worinn
uns der von denen Kirchen⸗Vaͤtern beſorgte
Raum keine Kuͤmmernis machet, weilen vermoͤge obiger Beſchreibung das Gebaͤude ge-nugſame ja uͤberfluͤſſige Weite gehabt; Es iſtzwar nicht ohne, daß ſich die Fleiſch⸗ fraͤſſige
Thiere eher zu Fruͤchten, als die Frucht ze?
rende zum Fleiſch gewoͤhnen laſſen, wie unteandern des Menſchen Magen zu beederſeil
tauglich iſt: Allein uns treibet nichts, eine
uͤbernatuͤrliche Erhaltung oder quaͤlenden Hunger in der Arche zu glauben, warum ſolte einoder ander Geſchlecht der Thieren ſeine Lebens.Art aͤndern, und nicht vielmehr nach⸗ wie volder Suͤnd⸗Fluth behalten haben? NDen beſondern Befehl von der Zahl unBeſchaffenheit ſolcher Thieren, welche in denKaſten aufgenommen werden ſolten, liſet ma,1. B. Mos./ 2.3. Nimm aus allem reine,Vieh ʒu dir je ſieben und ſieben, das Kianlein und ſein Weiblein/ von dem unreinVieh aber je ein Paar/ das Maͤnnlein dſein Weiblein/ desgleichen von den 17geln unter dem Simmel je ſieben und ſie-den, das Maͤnnlein und ſein Weib 1damit auf der gantzen Erde Saappen n,bendig bleibe; Dabey ereignet ſich der enterſcheid unter denen reinen und unreinThieren, welcher 800. Jahr hernach zu eic 4Geſetze worden, und nicht, nach einiger inlehrten Meynung ohne Grund iſt, ſon niereder Natur ſelbſten ſolchen findet. Reine Thiebrauchten die Sethiten zur Speiſe und Aleweder aber zu dieſem noch zu jenem; 15was iſts denn, wenn man ſagt daß dieſel 7
terſcheid dem Noah bekandt geweſen? 000 d
der ihm den Befehl gab, ertheilt ihm aun enWiſſenſchafft. Nach unfern Teutſchen Bae,mußte Noah je ſieben und ſieben zu gehe