58 Taz. XIII. I. Buch Moſis Cap. 7. verſ. u.
Dieſe Jahre, wovon der Text meldet,ſind zweifelsfrey Sonnen⸗Jahre, die ausSonnen Monathen von 30. Tagen be-ſtehen, ſintemalen 5. derſelben, nemlich vom17. des andern bis auf den 17. des ſie-benden Monaths zuſammen 150. Tage ausge-macht, welche Vergleichung mit dieſem Ort,und 1. B. Moſ. 8, 3. J. anzuſtellen: Und dasWaſſer verluffe(verlief) ſich immerhinvon der Erden, und nahm ab nach 150.Tagen. Und am 17. Tage des ſiebendenMonats lieſſe ſich die Arche nieder aufdas Gebuͤrge Ararat. So erwaͤchſet einJahr von 350. Tagen, denn noch 5. zu Ende
deygefüget worden, womit das gantze Jahr
65. Tage jedoch 6. Stunden weniger als
as Julianiſche gehabt haͤtte. Die Juden hat-
ten ein zweyfaches neues Jahr, oder einen dop-pelten Anfang ihrer Jahren; das Heilige Jahrbegunte ſich im Monat Niſan oder Abib mitdem erſten Neumond, wenn im Fruͤhling Tagund Nacht gleich iſt. Das Buͤrgerliche Jahrhingegen zehlte man von dem Monat Tisri,oder mit dem erſten Neumond, wenn derHerbſt Tag und Nacht gleich machet! deserſtern bediente man ſich ſint der Zeit desAusgangs Iſraels aus Egypten in Kirchen-Sachen; des letztern in Bürgerlichen Dingennach bißheriger Gewohnheit der Alt Vater zDieſer Unterſchied der Jahren hat die Ausle-ger Heil, Schrifft bey der Suͤnd⸗Fluth⸗ Rech-nung nicht wenig hintereinander gebracht;daß dieſe allgemeine Fluth ſich im Herbſt erge-ben, ſcheinen, nebſt dem Anſehen vornehmerund gelehrter Maͤnner wichtige Gruͤnde zu be-haupten; Es reden dafuͤr der Ertz⸗Vaſter ih-re Sonnen Jahre, der vermeinte und obenbemerckte Anfang der Welt im Herbſt, dieGewohnheit der Chaldeer, Perſer, Egypterund Juden ihre Jahre mit dem Herbſt anzu-fangen. Andern Theils dienet dem Fruͤhling,daß die Geſtalt und Weiſe des Jahrs nehm-lich des Buͤrgerlichen in das Heilige, aus Ver-anlaſſung des Egyptiſchen Ausgangs veran-dert worden: Nach welcher Aenderung aberMoſes erſt die Geſchichte beſchrieben, undfolglich kein Jude den erſten/ andern, ꝛc. Mo-nat anderſt verſtanden oder erklaret, als nachArt und Einrichtung des juͤngſt⸗ eingefuͤhrtenH. Jahrs, nach welchem der in unſerm Lexterwehnte andere Mond iar iſt, ſonſten Ziygenannt, 1. B. Koͤn. 6, I. welcher dem April,und noch mehrers dem May gleich faͤlet; Ve-liebte jemand mit gelehrter Manner Zeugniſ-ſen zu fechten, ſo duͤrffte man ſich kuͤhnlich aufeinen Scaliger, Alſtedium, Langium: Calvi-ſium, Walimuthum und andere beruffen.Allein das Übergewicht gibet vielmehr die
tur abgegeben.michte Erde bedurffte keine kalte Witterung
ſe Waſſer⸗Fluth ihren Anfang im
Vernunfft und Natur. Soviel iſt gewißdaß die Suͤnd⸗Fluth, oder noch eigentlichelzu reden, des Noah Verweilung in dem Ka,ſten ein gantzes Jahr gewahret habe; Sollenun das Ende deſſen in den Herbſt fallenmuͤßte man auch den Anfang darinn ſuchen!das erſte aber iſt der Vernunfft entgegen/ in-maſſen ohne uͤbernatuͤrliches WunderPflantzen in ſolcher Jahrs⸗Zeit nicht hattenkeimen noch aufwachſen können. Oder washätte Noah nebſt allen bey ſich habenden autEnde des Jahrs zu ſeiner Nahrung finden mu.gen? Wie wurden die Thiere, ein jedes in ſeiClima ſich verfuͤget und auf Erden ſich non,ausgebreitet haben; die Kaͤlte haͤtte Saamenund Pflantzen ſo gleich verderbet, die in hißge Lande gehoͤrende Thiere aufgerieben; FrostReifen und Schnee hätten die erſte Aeuglenund Gruͤnungen erſtickt und zu Grunde gerte,tet; das haͤtte einen traurigen Anblick eine“ſterbenden nicht aber neuwerdenden Nu,Die obere, feuchte, ſchlam-
ſondern vielmehr eine liebliche, gelinde Wime, welche die uͤberfluͤſſige Feuchtigkeit aun,treiben, die allzuweiche und feuchte Jaebeſteiffen und anſtrecken, die Krafft in dend,Saamen unterhalten, aufwecken und hervotreiben, die Nahrungs⸗Saͤffte in Gang unBewegung bringen, den Creyß⸗Lauff beſendern, alle halb todte Geſchöpffe neubelebegmußte. Einen nahmhafften Grund von dieÜberbleibſeln der Sund ⸗Fluth gibt uns dieNatur an Hand, denn unker ſolchen die 1mit groſſem Fleiſſe heutiges Tages aufſuchenund bereits in Menge gefunden, hat mi,nicht wenige, welche klaͤrlich erweiſen 6 ahl
rugenommen; Und habe ich aus meinem aigeheCabinet ein noch unreiffes Gerſten⸗ ch,ſamt einer Beſchreibung in meinem klerbe dgDihnüano vor Augen geleget, ſo ich Fig. L. Il.gelehrten Welt abermals mittheile; 111Haſelnuſſe mit noch zarten unreiffen Scheer;Aus dem Thier⸗ Reich Fig. III. SchneiseMetzen oder Augenſchieſſer, in der Geſſerwie dieſe Ungeziefer im May Monat zu ideVollkommenheit anwachſen; und wie inVerwandlungen der Ungeziefer üͤberhauſedieſer Sache ein groß Licht geben; alſo 0cken ſich dieſelbe nebſt allen Pflanzen ametigſten zur Fruͤhlings⸗ Zeit; dieſe 15chen und Zeit⸗Zeigere, ſind nach dem an 5nis des hochberuͤhmten Verfaſſers der Sa ellungen der Koͤniglich Frantzoͤſiſchen Ge alſchafft der Wiſſenſchafften im Jahr 10 riter, gewichtiger und richtiger, als allechiſche und Roͤmiſche Muͤntzen.
Es mag die Suͤnden⸗Fluth Herbſt oder Fruͤhling treffen,So zeigt ſie daß ſich GO nicht ferner laſſe aͤffen.
Die Überbleibſel ſind als Seugen noch auf Erden,Zur Warnung daß wir nicht einſt ſolche orn⸗Mahl werden.
TAN.