Band 
Erste Abtheilung.
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Jetzt ruͤkt es maͤhlich fort biß an die Ster-nnen ⸗Erehſe/ 5Die Muͤhe leichtert ſich, es treibt der edleei

Die Kinder gleich dem Wind auf ungebaͤhntdei, 5Dieweil der Vater nichts von Schwehrig⸗ II

keiten weißt.

Er fuͤhrt, und fuͤhrt zuruͤck durch manche Artund Straſſen, 5Er weiſet jeden Griff der Fluͤgel⸗Wiſſen-

5 afft;Wenn dann nach langer Lehr die Schuͤler al-

h 5Verſuchen ſie 1 t von ſelbſten Kunſt und

CSie wagen ſich ent biß an die Himmels-Ihr ſichrer Feder Kahn durchſtreicht den

f obern Belt: 5

So wird ein Kind gewoͤhnt, ſo kan die Ju-gend wachſen,.

Wenn treuer Eltern Fleiß ſie fruͤh zum Gu-. ten haͤlt. N

Doch wollen andere Seribenten von der Lie-be des Adlers gegen ſeine Junge nicht viel hal-ten, im Gegentheil denſelben der Unbarmher-tzigkeit anklagen. Ariſtoteles beſchuldigt ihn

L. IX. c. 34. daß er wegen angebohrnen Nei-

des und hungerigen Weſens ſeine Jungen vorder Zeit aus dem Neſt ſtoſſe; daß ich nichterwehne der Zeugniſſen Baſilii Homil. 8. in

Hlexaem. Æliani Hiſt. L. II. cap. 40. Apoſtolii

Cent. II. Prov. 6. Oppiani de Venat. L. III.V. 115. Wogegen Suidas in Voc. ev eog ausApollonii Philoſtrato L. I. c. 5. dem Adlerein Lob ertheilet, welches unſerm Moſaiſchenſehr aͤhnlich, daß nemlich die Junge, ſo lan-ge ſie an Federn noch ſchwach und zaͤrtlich, umdie Alten herfliegen, und ihnen das Fliegenablernen. Ubrigens will man auch vorgeben,daß der Adler ſeine noch unbefiderte Jungennoͤthige die Sonne anzuſchauen, und die jeni-ge, welche mit den Augen zuͤcken und nicken,als Baſtarte oder untaugliche auswerffe, ge-ſtalten er, ſo bald ſie zum Flug maͤchtig ge-nug, der Sonne geraden Wegs ſolche entge-gen fuͤhre, welches wir vor jetzo unausge-

macht dahin ſtellen, wo deme aber alſo waͤre,

wuͤrde die Anwendung einiger Gottes Gelehr-ten nicht uͤbel gerathen, daß die Kirche GOT-TES als eine ſorgfaͤltige Mutter ihre Kinder

fein zeitlich anhalte, in wahrem Glauben

CHRIST VM die Sonne der Gerechtigkeitanzuſchauen, dahingegen die Heuchler billichals unnuͤtze Glieder angeſehen, und von der

Geiſtlichen innerlichen Gemeinſchafft der Hei-

256 Taz. CLXVI. 2. Buch Moſis Cap. 10. verſ. 4.

ligen in der That ſelbſten ausgeſchloſſen wer-den. Weil wir aber vom Adlers⸗Flug han-deln, ſo berichten die Gelehrte faſt einmuͤthig,daß es mit unglaublicher Geſchwindigkeit ge-ſchehe, Jer. 4, 13. Klagl. 4, 19. ſchnellerdann die Adler; ſo ſagt auch Homerus ge

Er flieget in die Hoͤh und kommt dem Him-2 8 mel nah

ah

Doch iſt er eilend da,

Wenn er unglaublich weit auf ſchnelle Ha-

ſen paßt,Und ſie in Klauen faßt.

Dennoch will ich dieſe Geſchwindigkeit nicht

zum Verſtand und Abſicht unſerer vorhaben-

den Stelle machen, noch weniger damit die

laͤcherliche Fabel⸗Deutung des K. Salomons

unterſtuͤtzen, welche dahin gehet, daß das

Iſraelitiſche Heer von Raémſes gen Succoth

eine Reyſe von 120. Meilen binnen einerStunde gemacht, weilen ſie GO TTT auf

ſchnellen Adlers⸗Fluͤgeln getragen haͤtte:Vorgelegt heiſt widerlegt. 5

Schließlichen aber will ich denen Gelehrten

zu beurtheilen uͤberlaſſen, ob nicht die bey de-

nen Heyden uͤbliche Vergoͤtterungen, beſonders

der Kayſerinnen oder Princeſſinnen, oder Er-hebungen dero Seelen durch Adler, ſich auf

dieſe bißhero eroͤrterte Liebe der Adler gegen

ihre Jungen beziehe, ſo viel iſt ohne meineAnzeige bekandt, daß in denen allermeiſten

Muͤntz⸗Cabinets ſolcherley Vergoͤtterungs-Pfenninge anzutreffen, da nebſt dem Wort

Conſecratio ein einiger Adler zu ſehen⸗ odereine zwiſchen denen Fluͤgeln hervorſchauende-und den Arm ausſtreckende Menſchen Geſtalt,

oder ein Adler, der uͤber dem Altar oder ei-

nem brennenden Scheiter⸗Hauffen hinfliegt,oder der an den Altar gebunden, uͤber wel-chen ein Donner⸗Straal ſchwebet, oder dereinen Donner⸗ Pfeil mit denen Klauen faſſet.Damit aber dieſe meine Muthmaſſung keinenMangel an Beweißthuͤmern habe, habe ichetliche auserleſene Muͤntzen an den Rand ſe-

en laſſen. I. Von Fauſtina des Antonini

emahlin, welche von einem Adler Himmel-

an getragen wird. 2. Marinianæ, die auf einemPfauen daher flieget. 3. Salonini des GallieniSohn, der einen Seepter in der Hand haͤlt undvon einem Adler in die Hoͤhe erhoben wird. 4.Licinii, wo der ſtraalende Jupiter ſelbſten aufeinem Adler ſitzet. Aus Beger Thes. Bran-

denb. p. 669. 74. 749. 797.

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