Band 
Zweyte Abtheilung.
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3. Buch Moſis Cap. II. verſ. 2. Tak. CCXXIX. 380

aus gewi 1VBölſewiſſen Staats⸗Abſichten mit ſolcherleyben kern nichts haben wollen zu ſchaffen ha-ſen welche die unrein⸗erklaͤrte Thiere gegeſ-dern d er damit umgegangen, wie unter an-43 31 en Merckmahl zu erſehen 1. B. Moſ.Daß 1. woſelbſten ausdruͤcklich geſagt wird:Speise Egypter mit denen Ebraͤern nichtvor 0 elſen doͤrffen, es ſeye ein Greuelwum en; die Egypter waren nemlich ri-erge brauorum tenaciſſimi, ſie hielten auf alt-lecchten vaͤterlichen Satzungen und Wei-9 tahl und Eiſen, darum, weilen ihre0 ſich dabey ſehr wohl befunden, neue Ma-icht aund Lehr⸗Puncten lieſſen ſie ſich nicht706% taufdringen: cargo de Necbfuevos vdo G oyiterliche ee: Elerod. L. II c. 78. Sie brauchennehme iche Geſetze und Weiſen, kein andersſchten; ſie nicht an. Dieſerley Geſetzen Ab-den Modngen dahin, daß mit denen fremb-ſtembdoden und Gebraͤuchen nicht zugleichSitten, frembde Laſter und frembdes8 Jah und nach einſchleichen, einfolg-5 Volck nicht luͤſtern werde/ eine frembdeDienst, frembde Religion und Gottes,mrzuſche frembde Heriſchafft und Haͤupter ſichman eilen. Bey dieſer Gelegenheit fuͤndeStaatz pur, was geſtalten ein Politiſches

Kirchen Geſetze in ein heiliges Kelisions⸗ und

welches ole verwandelt werden konne,

enn deſto enger und unaufloͤßli-et. Beyſpiele manglen nicht un-n; anfaͤnglich war es nur ei-

fArt, une maniere de viyre, da-nere die Egypter von andern Voͤlckerndeein eden wolken; nachgehends aber wur-emach 15 Stons⸗ und Glaubens⸗Punct darausin un 9 welchen man ſo weit triebe, daß wer,dern nuumes Thier, will nicht ſagen gegeſſen, ſon-oßhin angeruͤhret, vor unrein ge-

Fund auf eine gewiſſe Zeit von Menſch-

et eſellſchafften ausgeſchloſſen worden.

o dann die Religion einmahl in

9 05 andel, ſo kan die geringſte Aen-

glei er Abſtellung dieſer aciaphororum

Hen Noche gültigen Mitteldingen einen ſol-fen Verzeichrem in den Ketzer⸗Rodel, unterten. Schi der Glaubens ⸗Stuͤrmer ver-chtung Jrüemnach hatte nach Clerici Ein-em in die dſe als ein kluger Geſetz Geber ſei-ahnedemCgoptiſche Sitten und Lebens⸗Artwin Leben zuſehr vernarzten Volck derglei-Bides für ſechregeln vorſchreiben wollen, da-ö Ackern f ich alleine leben, und mit andernlenderheit pue Gemeinschaft haben müßte, in-hehter' vor frembdem Goͤtzen⸗Dienſt deſto3 gantz v huͤten könnte; auf welches Abſe-8 Dach Mo uhlich gerichtet ſind die Worte8 RAR 6 oJ. 20% 24. 25. 26. Ich bin der0 Doͤlckerer GO CC, der ich euch vonuch dag ern abgeſondert habe, daß ihrVieh von dem unreinen,Voͤgel von den reinen abſon-

deret, und euere Seelen nicht verunreini-get am Viehe, an Voͤglen und an allem,das auf Erden kreucht, welches ich euchabgeſondert habe, daß es unrein ſeye.Darum ſollet ihr mir heilig ſeyn, denn ichbin Heilig der HERR, der ich euch vonden Volckern abgeſondert habe, daß ihrmein waͤret. Auf dieſen Schlag kommt daßgantze Geſetze deremonialiſch und politiſch her-aus, und hat vornemlich die Abſicht, dasIſraelitiſche Volck von andern Voͤlckern abzu-ſchneiden. a g aDie Sache laͤßt ſich hoͤren; es verzeihemir aber Mr. Clerc ſamt allen, die es mit ih-me halten, daß ich noch ein Bedencken trage,ſothaner Meynung zu unterſchreiben. Zwarkonnte ich mir, einen gantzen Commentariumoder Erlaͤuterungs⸗Rede hieruͤber zu geben,die Muͤhe wohl erſpahren, wenn ich mit mei-nem Vorhaben mich ausredete, welches nichtiſt zu politiſiren, ſondern zu philoſophiren,nicht in die Weltliche Staats⸗ Verbindungenmich einzulegen, ſondern der Sachen natuͤrli-che Urſachen einzuſchauen; wenn nemlich derUnterſchied zwiſchen reinen und unreinen Thie-ren bloß von der Opinion und Einbildung derEgypter oder Iſraeliter herruͤhret, pure Ce-remonial und an gewiſſe Braͤuche gebundeniſt, ohne mit natuͤrlichen Urſachen einige Ver-wandſchafft zu haben; Indeſſen kommet mirvor andern dieſes ſehr bedencklich und verdaͤch-tig fuͤr, daß GO TT dieſes Gebottes und Ver-botts halber ſich nach der Egypter altem Her-kommen, anderſeits nach der Iſraeliten inEgypten angenommener Weiſe ſolle gerichtethaben; Finden ſich in der Verzeichniß gleichetwa Thiere, die, als an ſeinem Orte erhellenwird, bey beyden dieſer Voͤlcker zugleich un-rein geweſen, ſo hat Clericus noch nicht rich-tig geſchloſſen, und das Spiel gewonnen.Koͤnnen dann nicht auch die natuͤrliche Urſa-chen beyderſeits Nationen dahin vermocht ha-ben, warum ſie ein Thier vor rein oder un-rein haben ausgeruffen? ob auch ſchon derglei-chen natuͤrliche⸗ oder aus der Thieren natuͤrli-chen Beſchaffenheit gezogene Urſachen nichtallezeit, und zumahl klar und augenſcheinlichvorgeleget werden koͤnnen, ſo darff man ſiedoch um deßwillen nicht alſobalden verneinen,und was anders annehmen, da die Schuldvielmehr unſerer Unwiſſenheit oder Nachlaͤſſig-keit in tiefferer Unterſuchung beyzumeſſen; esligen hergegen andere, ſo inſonderheit die Rei-

nigkeit der widerkauenden Thieren anbetreffen,

durch der heutigen Natur ⸗Kuͤndiger LoͤblichenFleiß offenbahr am Tage, wie an behoͤrigenStellen ſattſam wird gewieſen werden; Eskan auch ſeyn, daß, gleichwie die Thiere auseinem natuͤrlichen Triebe, ohne Reflexion undverſtändliche Urtheile abzufaſſen, die geſundeKraͤuter und Speiſen von denen ſchaͤdlichen zuunterſcheiden pflegen; alſo auch denen Men.

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