404 Ta. CCXXXVII. 3. Buch Moſis Cap. Ii. verſ. 7.
„ ſich im Koth waͤltzet; oder daß ſie nicht dem„ Weſen dieſer Welt ſich unterwerffen, und
„mit Koth beſudeln; denn dieſe beſchmieren
„ ſich in der That mit Unflat, welche die Goͤß-„ tzen, das iſt Koth und Erden, verehren und„änbetten. Andern gefallen noch andereGruͤnde dieſes Verbots, benanntlich, daßGO durch daſſelbe verſuchen, und der Ju-den Gehorſam und Froͤmmigkeit auf die Pro-be ſetzen wollen, da er geſehen, es wuͤrde ih-nen wehe thun, wenn ſie eines ſo niedlichen,der Natur der Menſchen dermaſſen anſtaͤndi-gen Fleiſches ſich entſchlagen⸗ zugleich alſo zei-gen ſolten, daß ſie GOTT und ſein Gebott
deme allen vorzoͤgen. Oder, welches zwar
ſehr einfaͤltig/ daß die Balſam⸗Stauden und an-dere dergleichen im gelobten Lande hervorwachſende koͤſtliche Pflantzen bald ausgeſchar-ret worden waͤren, wo man die Schweinewuͤrde gedultet haben. Selbſten der gelehrteBochart L. II. c. 57. bleibet auf denen Fuß-ſtapfen der alten Kirchen Vaͤter, und verſte-het durch ein widerkaͤuendes Thier denzenigenMenſchen, welcher die Seelen⸗ Speise, daskraͤfftige Wort GOES/ durch offt⸗wider-holtes eyfriges Nachdencken, Überlegen undBewegen kaͤuet dauet und widerkaͤuet, da-mit er ſie in Safft, Krafft und Nahrung ver-wandle; Einige gottſeelige Gelehrte ziehen hie-her das Exempel der hoch gelobten GOttes-Gebaͤhrerin Mariaͤ, von welcher Lucas Cap.27 v. 19. ſagt„ cuveri get ra gui 5 cue c,ſie behielt die Worte, indeme ſie dieſelbe hinund wieder bewegte, und gleichſam kaͤuete,ſo der rechte actus meditandi, die Nachſin-nungs⸗ Verrichtung iſt, wenn man Worte,Red Arten, Abſichten, Verbindungen, Ein-wuͤrffe und Gegenſtaͤnde von einer Seite zurandern wirfft, gegen einander abwiget, daswichtige und tuͤchtige zur Seelen⸗Nahrung,das leichte und ſchaͤdliche aber zum Abgangbefoͤrdert, des Apoſtels Ermahnung dadurchein Genüge zu leiſten, 1. Theſſ. 5, 21. Pruͤ-fet alles, das Gute behaltet; welchesnach Bocharti Meynung eben die Klauen⸗Spal-tung, ich meyne, das rechte Theilen desWorts der Wahrheit, und die Pruͤfung derGeiſter, ob ſie aus GOT ſind, andeutenſolle. Ich goͤnne und laſſe dieſe Anwendunggerne denen Herren, welche von der Cantzelerbauen ſollen, kan aber nicht gut darauf ſeyn,ob GOTT in dieſem Verbott und Stelle ei-gentlich hierauf gezielet habe? 15
Dieſes Verbot des Schweinen⸗Fleiſcheswar uͤbrigens ſo ſcharff/ daß die Übertrettungdeſſelben unter die groͤſten Greuel geſetzet wor-den; Hoͤret die Klage des Propheten, ja un-ſers GOT ſelbſten Jeſ. 65, 3. 4. EinVolck, das mich entruͤſtet, iſt immer fuͤr
mir, ſie opfern in den Gaͤrten, und rau-chern auf(den Altaͤren, welche aus) Zie-gelſteinen(gemacht ſind.) Sie ſitzen(woh-
aufgerichtet, unterſtunde ſich,
nen) bey den Graͤbern/ und ligen(hachſich) in denen Hoͤlenen uͤbernacht; efreſſen Schweime⸗ Fleiſch, und um ig,Brühe iſt in ihren Geſchirren,(un fen)ben Greuel⸗ Suppen in ihren Copſoeund Cap. 66, 17. Die ſich mitten in herGaͤrten hinter einem(Goͤtzen) gewenund gereiniget haben, deren die gene⸗Fleiſch, Maͤuſe und andere Grelle bileſſen haben, die werden mit einander dgenommen werden(L. die ſich reinigen deheiligen in denen Gaͤrten einer hie/ der celda, und eſſen Schweinen ⸗Fleiſch/ Ge 00und Mauſe, ſollen 1 8 werden maßnander.) Wie dann dieſe ſo hoch eingeſch 05te Haltung dieſes Geſetzes denen Feinden 1diſchen Nahmens Anlaß gegeben othaſg,Volck als aberglaͤubiſch oder wahnwit ileniſch auszulachen, ſo gar auch um d 1zu verfolgen, als ob es nur ſeltſame wunderStarꝛ⸗ und Letz⸗Koͤpffe waren. Bey JobeLib. de Maccab. lißt man folgende Anrede ⸗ ilche der Wuͤterich Antiochus an den Eleazar Hhgethan haben: Warum haſt du einen gſcheu vor dem beſten Fleiſch/ ſo die agetur hervor gebracht? es iſt eine upUngerechtigkeit, die Gaben der argwelche vor ſich ſelbs niedlich ſind/nichts ſchadliches mit ſich führenachten. Eben dieſer gewaltthaͤtige Three 90nachdem er die Schweine in dem Tem enJeruſalem geſchlachtet, und vor dergglgheSchweins ⸗Opfer hie und da Goͤtzen n idie Juden
ter angedroheter Todes- Straffe zu dieſenhaßten und unreinen Goͤtzen⸗Dienſt zegen, wovon ausdruͤcklich zu leſen I. Mau50. 2. Macc. 6, 18. Cap. 7, 1. Joſeph. edel10 0 19 50 Jud. L. I. c. I. 5 11
ie hoͤniſche Verſpottungen, noch die vohriſche Bedrohungen vermochten die adhgenauer Beobachtung des Juͤdiſchen G50 aabzuhalten; von der lobwuͤrdigen Slant daltigkeit kleazars und der 7. Bruͤder, lererſelben Mutter ſind vor bemeldte Here gMacc. O. und 7. mit mehrerm zu leſen dheinige Juden haben einen ſolchen Ab che nichdem Schwein gehabt, daß ſie da elbe Neinmahl gewuͤrdiget, mit ſeinem eigen n105 zu e 8 1 1achær, ein ander Ding geheiſſen.„ nich
Endlich iſt zu bemercken daß Soledie Juden alleine ſind, welche ſich des ſie g 0nen ⸗Fleiſches enthalten, ſondern daß enoſſnandere Voͤlcker zu behutſamen Tisch gpghaben; Von denen Arabern zeuget. PoL. VIII. c. 52. Solinus Cap. de Arabi fol,denen Saracenen Hieronymus L. IIa! n gelnianum c. 6. von denen Phoͤniciern 17 lcſen werden Herodianus L. V. allwo f de,liogabalo berichtet wird, daß er dem cheSchweinen ⸗Fleiſches entaͤuſſert/ nach ſch