Band 
Zweyte Abtheilung.
JPEG-Download
 

*

4. Buch Moſis Cap. 23. verſ. 22. Tak. CCCXIII- CCC XV. 57

Alein dieſe Wörter ſind in ihrer Ausdruckungtel zu allgemein und vieldeutig, man kan ſiedien Thieren beylegen, ſo mit einem Horndarſehenohne zu wiſſen, welches eigentlichrunter gemeynet ſeye. Hieronymus hat baldooceros bald Rhinoceros, Aquila hat ſich

uch auf Rhinoceros, das Naßhorn hinausgelaſſen dieſen hat unſere Lateiniſche Überſe-10 gefolget, in den Text Khinoceros einge-et, auf den Rand aber Monoceros hinausFetzer ſo haͤtte dieſen Vorgaͤngern unſeredeutſche Dollmetſchung mit dem Naßhorn,dus ſtatt des Einhorns nachtretten konnen.Jedoch haben die meiſten Europaiſche Überſe-dengen das Einhorn beliebet; Wenn wir aberEin Naßhorn guͤnſtiger ſeyn wollen, wird dasſtaborn nicht weggejaget, denn das Naßhorn1 in der That ein Einhorn, und wie der ge-dͤrte Her: Ludolf Hiſt. Ethiop. Com. p. 153.100 Raßhorn in Schutz genommen, alſo hatzudamit ſolcher Meynung ein groſſes Gewichtzüwegen gebracht, und erhellet ſehr deutlich,N vorangeführte Schrifft⸗Stellen mit demUcashorn gantz ungezwungen zu vereinigen;d ob gleich Bochart allen Kraͤfften zuſam-110 bietet wider das Naßhorn zu ſtreiten, ſokifle ich doch, ob ſeine angebrachte Gegen-daaande triftig genug ſeyen. Er bemercket,letz dieſes Thier denen alten Juden und Aus-baren Heiliger Schrifft ſo wohl als denen Ara-

n unbekannt geweſen, alldieweilen es nem-

0 weder in Arabien noch Palaͤſtina gefundenrde; Wie kan aber Her? Bochart dieſes be-

b udlich wiſſen? Mich duͤnckt andern Theils10 wahrſcheinlicher zu ſeyn, daß die alte Ju-maſchafft ſehr viel von dieſem Thier und deſſenwenchfältigen Eigenſchafften gewußt habe,90 in ſie hievon theils aus Ethiopien, theilsden Indien Nachrichten hieruͤber bekommen;daun alldorten iſt es zahlreich anzutreffen undhien konnten ſie hoͤren, als ſie ſich in Egy-im dem wuͤſten Arabien, und nach der Zeitſey gelobten Lande ſelbſten aufhielten; Laßce Jdaß ſie es nicht unter dem eigentlich undJo ublichen Arabiſchen oder Indianiſchenfeinenen gekennet, ſo haben ſie es wohl auchun Groͤſſe halben unter die Ochſen rechnenKatſen, inmaſſen auch paulaniss ſolches einenlebe boſchen Ochſen heiſſet; wie dann ebenSchr Anmerckungs⸗ würdig iſt daß die odeil.Ff rifft zu mehrmalen das Einhorn in die Ge-ſgepaſft der Ochſen und Ochſen⸗Geſchlechte6 benanntlich 5. B. Moſ. 33, 17. Pſalm.

mit 5 Auch haben die Roͤmer, als ſie in demLienz vrrho gefuͤhrten Kriege das erſte maldenn hanten geſehen, dieſelbe Boues Lucas ge-Boplct/ſo nennet man die Hippopotamos auches marinos Bomarins, Buffles marins,

Juder⸗Gchſen; Nicht weniger haben die

Agen non ſolchen Thieren, welche in auswär-che Landern von ſelbſten anzutreffen, ihreens Arten herholen und entlehnen konnen,

gleichdeme auch unſere Teutſche Spruͤchwoͤr.ter nicht allezeit von einheimiſchen Dingen lau-ten, wenn wir ſprechen, er iſt ſo ſtarck wie einLoͤwde, ſo grimmig als ein Tiger, gebaͤrdet ſichwie ein Affe, iſt ſo groß wie ein Elephante,anderer Indianiſchen und Africaniſchen Thie-ren nicht zu gedencken. Wollen wir uns alſoaus der H. Schrifft unmitteldar nach Æthio-pien oder Indien verfuͤgen, ſo finden wir beyErblickung des Naßhorns unſer Reem Tab.CCCxIII. a

Hier bringt nun der Grund gelehrte undweit⸗beleſene Bochart einen groſſen Vorrath

von allerhand aus alten Griechiſch⸗ und Latei-

niſchen Scribenten geſammelten Nachrichtenins Mittel, da ſollen wir vielfaͤltige einhoͤr-nichte Thiere auf die Schau nehmen, deren et.liche mit dem Naßhorn zimlicher maſſen uͤber-ein kommen. Cteſias in Excerptis apud Pho-tium gedencket wilder 1 einhoͤr-nichter Eſel, welche groͤſſer als die Pferde ſind,und die auch Klianus L. IV. c. 52. und L. XVI.c. 20. beſchreibet, daß es eine Pferd⸗Groͤſſehabe, und t Carcazonum genennetwerde. Beyde, Creſias ſo wohl als Ælianusſagen, es habe ein aus der Stirn hervor ra-gendes Horn von einer, oder 15. Ellen, Pliniushat 2. Ellen, Solinus 4. Schuhe; Phile fuͤgethinzu, es ſeye weder hol noch glatt, wie an-dere Hoͤrner, ſondern rauher als eine eiſerneFeile, und an der Spitze weit ſchaͤrffer als einPfeil; alle dieſe Scribenten legen dem India-niſchen Horn⸗Eſel eine wilde uͤnbezaͤhmte Artnebſt einer groſſen Staͤrcke bey; Doch will ichhiemit, gleichſam im Vorbeygehen, erinnerthaben, daß dieſen der alten Beſchreibungenvon dem Einhorn nicht allerdings wohl zu

trauen weilen ſie andere Thiere, die gleichwo-

len auſſer allen Streit erdichtet ſind, und nie-mals in der Welt geweſen, gleichfalls ſo genaubeſchrieben, als ob ſie dieſelbe mit Augen geſe-hen, und mit Haͤnden betaſtet, ja um und umbetrachtet haͤtten, dergleichen Exempel ſie ge.ben durch ihre Sphinges, Chimæras, Lamias,Cerberos, Gorgones, Sirenes, darum auch aufden Hauffen und Ubereinſtimmung ihrer Zeug-niſſen kein groſſes Werck zu bauen, weil ſiedie ungepruͤfte und verwegene Abſchreibungs-Kunſt eben ſo gut gelernet, als man ſie heuti-ges Tages zu practiciren pfleget, uͤberdiß ha-ben ſie nicht ſelten einem einigen Thier dasje-nige beygeleget, was doch unterſchiedlichen zu-gehoͤret; ein ſolches erſcheinet alſobalden ausder Beſchreibung des Einhorns bey Plinio L.VIII. c. 21. Aſperrimam feram Monocerotem,reliquo corpore Equo ſimilem, capite Ceruo,pedibus Elephanto, cauda apro, mugitu graui,uno cornu nigro, media fronte cubitorum duumeminente, hanc feram viuam negant capi;Ein ungemein wildes Thier iſt das Einhorn,,am Leibe gleicht es einem Pferde, am Kopf,,einem Hirſch, an Fuͤſſen einem Elephanten,,Hhhh hhh 2 am,,