Band 
Zweyte Abtheilung.
JPEG-Download
 

350(Oo) De

509

TAB. CCCXXVIIL CCCXXVIII5. Blich Moſis Cap. 4. verſ. 10.

Daß du nicht deine Augen gen Himmelagufhebeſt, und ſeheſt die Sonn undden Mond, und die Sternen, und

das gantze Heer des Himmels, und

werdeſt getriben, und betteſt ſie an,

und dieneſt ihnen: welche der HERRdein GOT allen Voͤlckern unterdem gantzen Himmel ausgetheilet

* 5

Daß du auch nicht deine Augen aufhe-beſt gen Himmel, und ſeheſt dieSonne und den Mond, und dieSterne, das gantze Heer des Him-mels, und falleſt ab, und beteſt ſiean und dieneſt ihnen, welche derHER dein GOT verordnethat allen Voͤlckern unter dem gan-tzen Himmel.

Sonn Mond und Sterne ſind zu dieſem End gemacht/

Daß ſie die gantze Welt mit hellem

Dienſt erfreuen

Auch ſeyn des Schoͤpfers Ruhm und ſeiner Weißheit Pracht:Dagegen ſolle ſich des Schoͤpfers Bilde ſcheuen 3Solch ſchone Dienſt⸗Geſchoͤpf andaͤchtig zu verehren/Des Schoͤpfers Herrlichkeit in ihr Bild zu verkehren.

Ag anderſt der Menſch ſichſelbſten ohne ſchmeichelndeEigenliebe betrachten, ſo iſtHa 5 er in gewiſſer Maſſe undN ſeinem Urſprunge nach das

* 2 edelſte, in andere Wege aberN ein ungluͤck⸗ und armſeligesGeschöpfe. Er hat einen klaren, deutlichen Be-zit und Eindruck in ſeinem Gemüͤthe von88 dem unendlich vollkommenen, unſicht-ten, unbegreifflichen unzertrennlich⸗oder un-welbarn Weſen, und doch machet dasjenige,ves ibm in die Augen und aͤuſſerliche Sinnekrfaͤllet, auch einiger maſſen mit ſcheinbarerVechönheit begabet iſt, einen ſtaͤrckern Eindruckjr Hochachtung, Bewunder⸗ und VerehrungBen Gemüthe, als die Original. und Grund-heber/ ſo er von derſelben Meiſter und Ur-heber in ſich ſelbſten beſitzet. Es iſt in Wahr-ett ſehr bedencklich daß inſonderheit die Mor-ben. und Abendlaͤndiſche Voͤlcker, je naͤher ſiezh oder unter dem heiſſen Guͤctel⸗Strich 5mens torrida, ihres Lebens Aufenthalt genom-4 vor andern die Sonne ſamt dem uͤbri-

ang, Geſtirn von uralten Zeiten her als GoͤtterOdebetet haben, und noch ſetzo an manchenlickten anbeten: Sie haben nemlich die Herz:met des unvergaͤnglichen GOCC Rlee. Gleichnis eines Bildes(ein Bildedich den) der zerganglichen Nenſchen undfei Poͤtlen, und der vierfüßigen und derund denden Thieren(alſo auch der Sonnen

I

Sternen) verwandelt, oder doch ihre

S erſte Sproſſen derſelben aus

Coͤrper und Glantz ſelbſten vor das WeſenGOTT CS angeſehen und verehret, Roͤm. I,23. Es muß einmal das menſchliche Verder-ben nach dem Fall groß ja uͤbergroß ſeyn, wei-

len es vor dergleichen unvernuͤnftigen, abge-

ſchmacken Verwandlung oder Ereatur⸗Ver-götterungen hat muͤſſen ſo ernſtlich gewarnetwerden; Wie bedencklich iſt es nicht, daß eineigenthümliches GOrTES⸗Volck, welchesſo viele uberzeugende Wunder ihres allein wah-ren allmaͤchtigen GOT in der Egypti-ſchen Dienſtbarkeit, Dero Wunder reiche Auf-hebung, die hereliche Thaten in der Wuͤſten,

die 51 Gegenwart und Geſetzgebung

in Sinai mit Augen geſehen, alles, ſo zu reden,gefuͤhlt und geſchmecket, durch unmittelbareGöttliche Geſandten den ausfuͤhrlichſten Be-richt empfangen, dennoch dieſes Verbots noͤ-thig gehabt ja dennoch die Wahrheit GGOC-2 in die Lůgen verwandelt, und denGeſchoͤpfen mehr Ehr und Dienſt bewie-ſen haben,(geehrt und gedienet) als demSchoͤpfer/ Röm. 1,25. 5Von dem Urſprung der Abgoͤtterey, deſ-ſen die H. Schrifft keine ſo eigentliche Meldungthut, fuͤhren die Gelehrte unterſchiedliche Ge-dancken: Einige neuere Gelehrten fuͤhren die0 dem boͤſen eigen-nuͤtzigen menschlichen Hertzen, und deſſen ver-kehrten Schluͤſſen auf ſeine vermeynte eigeneWolfarth und Ehre, was herzlich iſt, dasmuß man ehren und fuͤrchten, was ſchaden kan,durch andaͤchtigen Dienſt beguͤtigen, was Nu-Nunn nun 2 tzen