5. Buch Moſis Cap. 8. verſ. 4. TAB. CCCXXIX. 60ÿ5
Mk Roͤcke von Fellen gemacht, 1. B.bc, 21. vernehmek aber auch wichtige undnecbtige Gruͤnde, worauf dieſe tiefſinnige Leh-fir gebauet haben! Czech. 16, 10. redet GOTTin undanckbares Volck folgender maſſen an:fle habe dich mit geſtickten Bleidern be-voddet und habe dir Schuhe angezogen19 Cachsleder: Ich habe dich mit weiſ-r Leinwat angethan/ und dich mit ei-aum ſeidenen Schleyer umhůllet. Ich zie-Ni dich mit koͤſtlicher Sierd/ ich ſteckte dirunge an deine Saͤnde/ und henckte dirdune Kette an deinen Hals,— alſo wareſt80 gezieret mit Gold und Silber, und dein8 leid war von weiſſer Leinwat/ von ſei-cher und geſtickter Arbeit.(und kleideteSb mit geſtickten Kleidern, und zog dir5 emiſche Schuhe an, ich gab dir feineeinene Kleider, und ſeidene Schleyer. Underete dich mit Aleynodien/ und legete direſchmeide an deine Arme, und Rettleinn deinen Hals; Summa/ du wareſteʒieret mit eitel Gold und Silber, undkleidet mit eitel Leinwat Seiden undGoſtichtem.) So waren dann die Engel auchold⸗Arbeiter; Was der Prophet in ver-flümten Worten als eine Gabe GSSAſtellet, den Reichthum und Hertlichkeit nachart der Herꝛlichkeiten dieſer Welt auszudruͤ-lian das haben die Herren Rabbinen in eigent-9 em Sinn verſtanden, und eine EngliſcheVrbeit daraus gemachet; So iſt etwan dasor» und Nachſtehende auch anzunehmen,ue es vorlieget; und wenn das alles waͤre,muͤß-ton wir es nicht vielmehr von denjenigen Zei-0 verſtehen, da Israel in den Beſitz des ge-wbten Landes eingerückt? Da konnte manM. den Inwohnern des Landes, worinnenf lch und Honig floß, v. 13. ſagen: Du aſs-ut auch eitel Semmel, Honig und Oele,nd wareſt uͤberaus ſchoͤne und bekameſtnis Bönigreich. Doch es iſt Schade, daßnücht etliches von dieſer Engliſchen Arbeit uͤbrigElleben wie vortrefflich hatten die JuͤdiſcheSynagogen damit ausgezieret werden konnen?ſe geh horet die ſchone Rachrichten weiter! Die-1 leider ſind niemals abgeſchliſſen und abge-gußet worden, da doch ſonſten bekannt, daßtach die dichteſten Kleider, ja ſelbſten die Me-e durch den Gebrauch und Tragen abge-en und abgezehret werden: ein Wunder,0h ches, ſo zu reden, die infiniment petits an-wöer„die unbegreiflich kleine Corpergen, ſoWin mit denen neuern Naturkuͤndigern redenLollen, welche nemlich wider den ordentlichennien der Natur entweder durch die Anreibungert weggegangen, oder allezeit ſogleich wie-iſt eergaͤntzet und angeſetzet worden. Hieranau es auch noch nicht genug: Die Kleider ſindmit denen Leuten fortgewachſen, die, wel-mit dan denen Kindern zurechte gemacht, ſinddenenſelben auch nach und nach groͤſſer
worden, daß ſie von denen Erwachſenen konn-ten getragen werden. Wiederum ein Wun-der, das uͤber alle Natur und Kunſt hinaufreichet. Wir ſehen zwar und wiſſen, daß dieSchnecken⸗Haͤuſer oder Schalen durch eine be-ſtaͤndige Fortſetzung wachſen, und ein alterSchneck eben dasjenige Loſament mit ſich tra-ge, welches er ſchon in Mutter⸗Leibe gehabt;allein dieſes laͤſſet ſich auf die Kleider unſererIſraeliten nicht fuͤglich anwenden, denn es iſtbey denen Schnecken die Schale ſo viel als beyuns die Haut, welche ein Theil des Leibes iſt,der mit demſelben auf und fortwaͤchſet. Je-ne berichten uns ferner, daß man nicht noͤthiggehabt habe, dieſe Kleider zu waſchen; aber,lieber, warum dann? Die Wolcken⸗Saͤule,welche ſich uͤber das Iſraelitiſche Lager gezo-gen, haͤtte ſie allezeit ſauber und bey weiſſerFarbe erhalten, gleichwie die aus Amianth,Federweiß, bereitete Leinwat durch das Feuerſelbſten kan gereiniget werden; Damit aberdie heutiges Tages zimlich unreinliche Juden-ſchafft ihrer Vor⸗Eltern Reinlichkeit recht aus-ſtreichen koͤnne, gibt ſie zum Überfluß fuͤr, daßweder Gewand ⸗Laͤuſe, noch irgend ein anderUnziefer in dieſen Kleidern gewachſen, undfolglich auch, da man jetzt einen Juden baldvon weitem riecht, muͤſſen derſelben Vorfah-ren, ob ſie gleich in die 30 40. Jahr ihreKleider niemalen ausgezogen, keinen ſtincken-den Schweiß gehabt, ja vielmehr an deſſen
ſtatt einen lieblichen Wuͤrtz⸗ Geruch von ſich
gegeben haben und den von jenen vielen undraren Balſamiſchen 5 Pflantzen, wel-che an dem aus Horebs Wunder ⸗Felſen ge-floſſenen Bach herfuͤr gewachſen; damit aberniemand an dieſen augenſcheinlichen Wahrhei-ten zu zweiflen Urſache behalten moͤge, wiſſenſie es aus Hohel. 4, 11. klaͤrlich darzuthun:Der Geruch deiner Kleider iſt wie der Ge-ruch Libanons; Ob ſie auch gleich durch dieArabiſche Wuͤſte uͤber Sand und Steine, He-cken und Dornen gereiſet, ſind doch ihre Schu-he weder geſpalten noch aufgeriſſen, weder ab-geſchliſſen noch zerſtoſſen worden, ſondern gantzgeblieben, und nach jederzeitiger Beſchaffen-heit der Fuͤſſen mit fortgewachſen: Das gibtdemnach eine merckliche Anzahl Wunder zu-ſammen, welche ſich allein in Anſehung derKleider zugetragen. 1 1.
Die alte, ſo wohl Lateiniſche als Griechi-ſche, Kirchen⸗Vaͤtter haben die Worte unſerer
vorhabenden Schrifft⸗Stellen ebenmaͤſſig dem
Buchſtaben nach und in natuͤrlichem Sinn an-genommen. ertullianus de Trinitate, oder
der Urheber dieſes Buchs Nouatiamus, alſo auch
Tertullianus de Reſurrect. c. 58. ſetzet dieſe Ge-ſchichte unter die unverſehrte Erhaltung derLeiber, Kleider, und Schuhen der dreyen be-ruͤhmten Geſellen Danielis in dem Babyloni-ſchen Feuer⸗Ofen, und ſiehet beyde Geſchich-ten an als Sinn⸗ und Denckbilder unſerer kuͤnf-
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