5. Buch Moſis Cap. u. verſ. 10. 1. Tak. CCCXXXIV. 6.5
bige die uͤbrige Zeit nicht ohne ſondere Muͤheewaͤſſert werden; Hingegen wird das heili-de Land aus dem Luffk⸗Himmel gewaſſert, daabt GOT, was aller Menſchen Fleiß nichtzuwegen bringen koͤnnte, nemlich Früh⸗Regenpat Regen zu ſeiner Seit; Er verdecktaun Hünmel mit Wolcken, und gibt Regenuf Erden, Er laſſet Gras auf den Ber-gen wachſen, Pfal. 147, 8. Wer wolte inkmanglung deſſelben Waſſer genug auf Kopfud Schultern nehmen, die Berge ſamt an-zen erhabenen Oertern damit zu begieſſen?1 ernehmet die guͤtigſte Verheiſſungen des al-witcueſten Schoͤpfers und Erhalters: Auf5 elch and der HERR dein GMC achtat/ deſſen Augen immerzu auf dieſes Landvom Anfang des Jahrs biß zumnde des Jahrs Ich will euerm Lan-80 Regen geben zu ſeiner Zeit, fruhe, imderbſt zu Anfang des Jahrs, und ſpat/ immenblilig, wenn die Frucht zur Zeitigung kom-deen ſolle, daß du dein Rorn(Getreide)einen Moſt und dein Oel einſammleſt.nd will deinem Vieh auf deinem Felderas geben, daß ihr eſſet und ſatt wer-et v. 12. 14. 15.mü Wollen wir mit unſern betrachtenden Ge-hint9s Augen in der Egppter Kohl⸗Gärtennidein ſpatzieren, ſo müſſen wir uns dieſelbigegebt ſo faſt wie unſere Europaͤiſche Kohl⸗ undraut⸗Gäͤrten vorbilden, es waͤre denn Sa-807 daß man unter dem Namen farak alles0 ohl oder Kraut verſtuͤnde, geſtaſten nicht oh-le“ daß dem Anſehen nach die bisherige Aus-ger Heil. Schrifft es alſo genommen haben.meir, aber etwas beſonders in Eaypten Ge-chanes, entdecken will, der kan mit mir Cor.worum oder Melochiam J. B. erwäͤhlen, Rau-Rolfio Olus Judaicum, Juden⸗Koͤhl, Auicen-des Moluchi Arabum. Von ſolcher Pflantzeratichtet Plinius Lib. XXI. c. 322. daß ſie zu Ale-ſenndrig in Egypten eine gar gemeine SpeiſeBe, und ihre Blatter gleich dem Maulbeer-baum zuſammen wickle, Alexandrinorum ci-8 8 conuolutis foliis ad ſimilitudinem mori.Peſe Pflantze beſchreibet Alpinus gar wohl1 Agypt. c. 28. p. 92. daß ſie Blaͤtter ha-0 wie der Mayer, Bltum, jedoch ſchmaͤler,f alder und ſpitziger, Safran⸗gelbe Blumen,an dee ſchwartze Saamen, komme der Eibiſchne Eigenſchafften zum naͤchſten, ſeye bey de-ſte Cgyptern in täglichem Gebrauch, indemeGlfaſ nichts liebers eſſen, nachdeme ſie die5 akter in Waſſer oder Fleiſch⸗Bruͤhe abge-be ten, ob ſie ſchon ſich nicht allzu geſund da-mi befinden: Melochia eſt herba Blito perſi-lis, folia tamen anguſtiora, longiora, acu-1 draque habens, flores ejus ſunt parui, crocei,jo oris minoribus, è quibus ſemina parua,Sta, melanthio proxima in quædam obliquaaun concluſa producuntur. Facultate pla.imilis Althææ videtur— In cibis nihil
eſt ipſa Agyptiis familiarius vel gratius: de-coquunt enim in aqua vel jure carnium utnos betam elixare ſolemus. Conuiuia caren-tia Melochiæ ferculis ab his parum reputan-tur: cibus quidem illis populis eſt familiariſſi-mus, ex quo multi tamen male ſe habent, namparum nutrit,& ſuecum viſcidum gignit.
Auf dem Vorgrund gegenwaͤrtiger Tafelhaben wir jetzt⸗ beſchriebene Pflantze abgebil-det, dero weſentliche Kennzeichen hergegen amRande aus Tournefort. Inſtitut. p.259. Tab. 135.benanntlich eine Roſen⸗foͤrmige Blume, einefaſt cylindriſche, langlecht runde, in fuͤnf Faͤ-cher eingetheilte Frucht, mit eckichten Saͤmleineingeruͤſtet. An dem Stengel wachſen dieBlätter eins um das andere; Seinen Namen,Juden Rohl, hat ſolch Gewaͤchſe um deß-willen bekommen, weilen es die Juden garſonderbar lieben, dannenhero ſichs auch auf un-ſern Text fuͤglich reimet, daß ich nicht geden-cke, wie ein kuͤnſtlicher Woͤrter⸗Drechsler indem Wort Corchorus das Ebraͤiſche Jarak mitleichter Muͤhe finden koͤnnte.
Zur Beleuchtung des Textes werde nochetwas anhaͤngen muͤſſen, welches nach mei-nem eigenen Geſtaͤndnis oben geſchicklicher haͤt-te angebracht werden moͤgen, jedoch auch hierdem guͤnſtigen Leſer nicht entgegen ſeyn wird,nemlich was anbetrifft die eigentliche Beſchaf-fenheit des Unterſchieds ein ſo anderer Laͤn-der, als da ſind Egyptens gegen das gelobteLand, der Niederlanden gegen das Schwer-tzerland. Flache Laͤnder, wie Egypten unddie Niederlande ſind, beſtehen aus dicht⸗ undwagrecht aufeinander liegenden Erd⸗Lagern,es bleibt die Feuchte beyſammen, und ziehtſich nicht ſo leicht in niedriger liegende Oerter,da iſt die von oben her kommende Befeuch-tung nicht ſo offt und unumgaͤnglich noͤthig;es koͤnnen die Waſſer⸗Canaͤle durch das gantzeLand, von einer Stadt und Dorff, ja von ei-nem Haus zum andern ohne groſſen Zwangund Noth geleitet werden, dieweilen ſie ſichauf gleichem Horizont mit der Erden verhal-ten, und dahero dieſe allezeit und uͤberall er-reichen und befeuchten koͤnnen, demnach dieWaſſer des Nil⸗Stroms in alle Guͤter, Wie-ſen, Felder, Gaͤrten Egyptens pflegen geleitetzu werden: Gantz andere Bewandnus hat esmit denen Niederlaͤndiſchen Provintzien; dennin Egypten bedient man ſich des Ril⸗Waſſersnicht allein zum Waͤſſern der Grund⸗Guͤter,ſondern auch zum Trincken und Kochen; Indenen Niederlanden hingegen iſt faſt alles Waſ-ſer geſaltzen, ſo zwar, nachdeme es durch dieErde gezogen und geſeihet worden, denen Pflan-tzen zur Nahrung dienlich wird, zum Trinckenund Kochen aber nimmermehr gebraucht wer-den kan. Weſſenthalben durch ſonderbare guͤ-tige Vorſehung GOT S das Regen⸗Waſ-ſer denen Niederlaͤndern zu ſtatten kommt,
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