Band 
Zweyte Abtheilung.
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5 Buch Moſis Cap. 32. verſ. 3. Tab. CCCIX. 65

lichkeit vergeſſend machet. Die Spanier ha-ben ein Spruͤchwort: Buena vida padre y ma-dre oluida, womit unſer Teutſches uͤbereinkommt: Wenn der Geis wohl iſt/ ſo ſchar-ret ſie: Die natuͤrliche Urſachen ſind unſchwehrzu errathen. Ein Thier, das viel und gutesFutter hat, bekommt viel Gebluͤte, häufigenNerven⸗Safft, alle Oefnungen und Roͤhrleindes Leibes werden ausgefuͤllet, die Nerven ge-ſpannet, der Saame vermehret, mithin kommt

alles in mehrere Bewegung; Wenn aber die

ettigkeit allzuſehr uͤberhand nimmt, ſo ereig-irt ic das Widerſpiel, die lebendige Creatu-ren oder Thiere erligen, werden verdroſſen,traͤge, unbrauchbar, weilen ſodann die Roͤhr-lein der Blut⸗Gefaͤſſen und die Nerven gedruͤ-cket werden. Wie dieſes in geiſtlichem Ver-ſtande auf uns Menſchen, auf die verderbteArt unſers Gemuͤthes, auf unſer wolluͤſtigesLeben, und was daraus folget, nemlich Kc,das unordige Weſen, Eph. 5. zu appliciren

und anzuwenden, zeiget, leider! die betruͤbtetägliche Erfahrung; Dakauf gruͤndet ſich auch

jene Verheiſſung und Drohung Ezech. 34, 16.Ich will 995 Verlohrne ſuchen, und das

Verjagte will ich wieder bringen, und das

Gebrochene will ich verbinden, dasSchwache will ich ſtaͤrcken, aber das

ßeißte und das Starcke will ich ausreut-15 Wiwhf es in der andern Uberſetzung

ne wieder ſuchen/ und das Verirrete wie-

der bringen 5 und das Verwundete ver-binden, und des Sch en warten

W be und ſtarck iſt will ich behuͤten/und will ihr pflegen wie es recht iſt. Pſal.

78,31.(33.) iſt der Zorn GO C C&S uber

je angegangen/ und hat die Feißten(För-ehe del ihnen erwuͤrget/ und dieAuserwählten(Beſten) in Iſrael nieder-geſchlagen. ö N

Sonſten ſind von dem irre jeſchyrun nochunterſchiedliche Meynungen; diejenige, welche

es vom w) recht, gerecht und fromm ſeyn,

herleiten, verteutſchen es auch durch gerecht,

weil GS TT ſinceritatem& juſtitiam, Auf-

richtig⸗ und Gerechtigkeit in einem jeglichen

der Koͤnig, oder:

Schwachen warten, und

den Fuͤſſen

wahren Iſraeliten erfordert; dahero auch Lu-therus in ſeiner Uberſetzung, welche ſolch Worthier gar nicht ausdruͤcket, Cap. 33, f. Vajchibijſchyrun Mælech gibt: Er verwaltete dasAmt eines Koͤniges; ſo man wohl auch deu-ten koͤnnte, er bezeugte ſich in der Gerechtig-keit, oder als ein gerechter und wohl regieren-

er war unter,(bey dem ſe-ſchyrun) Gerechten der Koͤnig. Wie dannv. 26 alſo ſtehet: Es iſt kein SOCC, alsder GO des dw Gerechten; inglei-chem redet Er Jeſ. 44, 2. ſein Iſrael an: je-ſchyrun bacharti bho, mein Frommer, denIch erwaͤhlet habe; Warum nennt dann dieSchrifft Israel alſo? Die Verbindung dieſesTexts gibt ſelbſt ein Licht: Iſrael haͤtte ſollender Gerechte und Fromme ſeyn vor allen Voͤl-ckern auf Erden, die Gebote und WohlthatenGOTT Es hatten ihn auf rechtem Wege er-halten ſollen, aber er iſt umgeſchlagen; Ande-re ſcheinen das ſeſchurun von W Schor, Ochſe,herzuleiten, welcher unter der Aufſicht ſeinesHirten, und Joch ſeines Treibers ſtehet; Und

das ſchickte ſich in gegenwaͤrtiger Stelle ſehr

wohl, wenn nur die 3. uͤbrige vorberüͤhrte Oer-ter, ſonderlich Jeſ. 44, 2. beſſer ſich dazu be-guemeten; denn gleichwie ein munterer Ochſe,der in vollem Futter ſteht, im Graſe bis anden Bauch geht, fett und ſtarck wird, abereben hiedurch entweder ſich unbaͤndig zeigt,

oder wie Eglon B. der Richt. 3, 22. ſchwer und

ungeschickt, ja wie die Welt⸗Schweine Pf. 17,10. Pf. 73, J. gemaͤſtet, allein zur Schlacht-Banck tauglich iſt; Alſo hats Iſrael auch ge-macht: Über das ſchickte ſich dazu das zugefüͤg-te Wort pn, er war geil, welches eigent-lich heiſſet ſpringen und lecken, da man mitinten ausſchlaͤgt, und um ſich beiſ-ſet; ſo verweiſet GO den Soͤhnen Eli,warum lecket ihr wider meine Speiß-Opfer 1. Sam. 2. Und Chriſtus ſagt im deut-lichen Gleichnis zu dem ſchnaubenden Saul:Es wird dir ſchwehr fallen wider denStachel(Stecken des Hirten) zu lecken;Und ſo bleibet der Verſtand endlich einerley,man verteutſche das Wort wie man wolle:Wenn Iſrael das Futter ſticht, wills kein gutmehr thun..

Neichehum und Vollauf ſind zwar G OCC Gnaden⸗ GuterDoch taugen ſolche nicht vor jegliche Gemuͤther,Wer gute Cage hat/ ſitzt nicht allzeit im Gluͤck/

Die beſte Wohlfahrt weicht offt gantz dadurch zuruck.So bitte GCC, daß Er nicht Beichthum wolle gebenDoch wenn Er gibt, daß du dich moͤchteſt nicht erheben;Daaß du den GO des Heils mit ſtillem Dancke ehrſt/Und weiter nicht, als was dir ſeelig iſt/ begehrſt.

Dodd dddd 2 TAB.