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I. Abschnitt. IX. Fragment. Vermischte Gedanken
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„Jedes Temperament und jeder Charakter hat sein Gutes und Schlimmes. Der eine ist„zu etwas aufgelegt, wozu der andere nicht fähig ist. Freylich hat der eine mehr als der andere —-»Das Gold hat einen höher» Werth als die Münze; gleichwohl können wir jenes eher entbehren,„als diese. Die Tulpe gefallt durch ihre Schönheit; die Nelke reizt durch ihren Geruch; der un-„ansehnliche Wermuch ist dem Geschmacke und Gerüche nach unangenehm; übertrifft aber beyde„an Heilkraft. Und auf solche Art tragt ein jedes zur Vollkommenheit des Ganzen das Seinige„bey." — Ich setze aus Paulus hinzu: „Gleichwie wir an Einem Leibe viele Glieder ha-„ben, alle die Glieder aber nicht einerley Geschaffte haben — also sind wir viele Ein„Einziger Leib — und hadert verschiedene Gnadengaben — Wenn nun der Fuß sagte:»Ich bin kerne Hand u. s. w. Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo wäre das Gehör?»u. s. w. Es darf das Auge nicht zu der Hand sagen: ich bedarf deiner nicht. — Die,„welche die schwächer« Glieder des Leibes zu seyn scheinen; diesen legen wir desto mehr»Ehre an. — Gott hat den Leib so zusammengeordnet, daß er dem, das weniger hatte,„desto mehr Ehre gegeben, damit keine Trennung am Leibe sey, sondern die Glieder„für einander einerley Sorge tragen mögen. — Mas thöricht ist vor der Welt, das hat»Gott wwählt, daß er zuschanden mache was stark ist; und das Unedle und das Ver-achtete vor der Welt hat Gott erwählet, und was nichts ist, daß er zunichte mache was„Etwas ist, damit sich kein Fleisch vor Gott rühmen möge... Nur bleibe ein jeder in„dem Berufe, wie er von Gott berufen ist." Die Nelke soll nicht Tulpe, der Finger nichtAuge seyn wollen — und der Schwache wolle sich nicht erheben aus seinem Kreise in den Kreis desStarken. Jeder hat seinen eigenen Kreis , wie seine eigene Gestalt. Aus seinem Kreise heraus-treten wollen — heißt: sich auf einen andern Rumpf verpflanzen wollen.
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„Man versichert, daß unsere wirksame Natur in weniger Zeit als einem Jahre fast kein„Theilchen mehr von unserm alten Körper übrig lasse — und doch werden wir, ungeachtet unser„Körper den größten Veränderungen von Speise, Trank und Luft rc. unterworfen gewesen, keine„Veränderungen des Gemüths gewahr. Die Verschiedenheit der Luft und der Lebensart bringt
keine