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Einige physiognomische Anekdoten.
Mail sprach von z, 4- ZOO Guineen — „Ich will erst das Gesicht sehen, sagte er, ehe ich ja sage."Dem Mahler ward Gelegenheit verschafft, die Dame zu sehen — die nicht ermangelte, ihn aufalle Weise zn dieser Arbeit anzuschmeicheln. „Nein, Madam, nicht um hundert, nicht um fünf-„ hundert Guineen halte ichs zwo Stunden bey einem so lasterhaften Gesichte aus," und lief weg.
Zwölftes Fragment.
Eine Fabel.
unbeschreiblichem Genie mahlte ein Mahler einen herrlichen Kopf — die Unschuld. Mitunbeschreiblicher Freude sah ihm unter der Arbeit sein Sohn zu. Ganz erfaßte er die Seele desGemähldes. Als es aufs fleißigste vollendet war, schenkte es ihm der Vater. Mit königlicherLust setzte es der Sohn in sein großes Cabinet — und wer es sah, rief aus: „Es ist die Krone„der Sammlung."
Ein fremder durchreisender Mahler hatte viel von dem Mahler, seiner Gallerte und diesemGemählde gehört — und war sehr begierig, selbst den Augenschein davon zu nehmen. Er suchtealso mit seinen drey Söhnen, die alle Mahler waren, wo möglich in Abwesenheit des Sohnes, aufdiese Gallerte zu kommen, und es gelang ihm. Denn er kam gekleidet wie ein Prinz, mit derMiene des Kenners und der verbindlichsten Höflichkeit — Kaum trat er in den Saal, so eilte ermit seinen Begleiten! auf das Himmelsgestcht zu — und todtblaß vor Neide bebte er vor diesemMeisterstück aller Meisterstücke zurück. Blitzschlag war jeder Zug des Genies auf sein Herz —doch verbarg er seines Neides tobende Wut unter sanft lächelnden Falten — „Ist das nicht ein„schönes Stück" — fragte ihn ein Aufwarter — „Ein unnachahmliches Meisterstück," erwiederteder Mahler — „nur, wenn ich frey reden darf, Schade — daß es hier etwas hart und steif„gezeichnet ist — und dem wäre mit so wenigem abzuhelfen — Nur ein wenig adoucirt hier, mey-„nest du nicht, (wandte er sich zu einem seiner Söhne,) meynest du nicht, Sohn! — mit wenigen
N z Züge»