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Vierter Versuch [Textband]
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2ZO iv. Abschnitt, m. Fragment.

finde ich viel mehr starke, männliche, denkende Menschen mit braunen, als mit blauen Augen.Woher es komme, daß man in China oder in den philippinischen Inseln sehr selten blaue Augen,

und niemals, als nur bey Europäern, oder bey

»überall einerley Lichtstralen zurückwirft. In den Licht-»stralen hingegen, welche die blauen Augen beleben,»herrscht eine Mannichfaltigkeit der Veränderungen.»Denn da sich in demselben mehrere Anstriche von Far-ben befinden, so werden auch mehrere Arten von Licht-»stralen zurückgeworfen.

»Es giebt Augen, in welchen man so zu sagen keine»Farbe bemerkt. Sie scheinen ganz anders als andere»gebaut zu seyn. Der Regenbogen hat nur einige so»schwache Anstriche von blau oder grau, daß dieselbigen»an einigen fast weiß sind. Die Schattirung von Po-»meranzcnfarbe ist so leicht, daß man sie mit Mühe von«dem Grauen und Weißen unterscheidet. Das Schwar-te des Sterns nimmt sich in diesem Fall allzusehr aus,«weil die Farbe des Regenbogens nicht dunkel genug ist.«Man sieht, so zu reden, nichts als den Stern, der mit-ten im Auge einzeln dasteht. Die Augen sprechen nichts,»und ihr Blick fällt steif und todt aus.

«Es giebt auch Augen, in welchen der Regenbogen«in das Grüne fällt. Diese Farbe ist seltener, als das»Blaue, das Graue, das Gelbe und das Braungelbe.. Man sieht nicht weniger Leute, deren beyde Augen nicht«von einerley Farbe sind. Dieses ist besonders dem»Menschen, dem Pferde und dem Hund eigen."

2) Aus Büffon. »Besonders in den Augen mahlen«sich die Bilder unserer geheimsten Regungen kenntlich.»Das Auge gehöret der Seele näher an, als irgend ein an-deres Werkzeug; es scheint sie zu berühren, und an al-ten ihren Bewegungen Theil zu nehmen; es drücket ih.«re lebhaftesten Leidenschaften, und die ungestümmsten»Bewegungen sowohl, als die gelindesten Bewegungen«und zärtlichsten Empfindungen aus; es zeiget sie inih-

Leuten, die in diesen Gegenden von europäischen

Aeltern

«rer völligen Starke, so rein, wie sie entstehen; es pflan-»zet sie durch schnelle Bewegungen fort, die Feuer, Wirk-«samkeit und das Bild der Seele, von der sie herkom««mcn, in eine andere Seele bringen. Das Licht der«Gedanken, und die Hitze der Empfindung werden zu-»gleich vom Aug' empfangen und zurückgeworfen. Es«ist der Sinn des Geistes, und die Sprache des Ver-bandes.» Man sehe auch, wenn man Zeit hat, Geor-ge siraümers Oiüert-Uion äs 1722.

z) »Die Äugen sind, so wie in der Natur, also auch«in der Kunst, verschieden geformt an den Bildern der»Gottheiten, und an den idcalischen Köpfen, so daß das»Auge selbst ein Kennzeichen von jenen ist. Jupiter,»Apollo, Juno haben dieselben groß und rundlicht ge-»wölbct, und enger, als gewöhnlich, in der Länge, um«den Bogen derselben desto erhabener zu halten. Pallas«hat ebenfalls große Augen; aber das obere Angcnlied,«welches in die Höhe gezogen ist, bildet das Licbreizen-»de und das Schmachtende; von den Griechen»genannt. Ein solches Auge unterscheidet die himmli-»sche Venus Urania von der Juno, und jene, weil sie»ein Oiacioma wie diese hat, ist daher von denen, die«diese Betrachtung nicht gemacht haben, für eine Juno»gehalten worden. Viele der neuern Künstler scheinen»hier die alten übertreffen zu wollen, und haben das,«was Homerus Ochsenaugen, oder große Augen nennt,«in hcrvorliegenden Augapfeln, die aus ihrer Einfasi»jung hervorquellen, zu bilden vermeynt. Solche Au-«gen halber neue Kopf der irrig vermeynten Cleopatra«in der Villg ^lech'ci«, wie sie an gehängten Menschen»seyn würden, und eben dergleichen Augen hat ein jun-

ger