eine theoretische Nothwendigkeit, und wird sich zwischenallen fluthlosen und Fluthen zulassenden Meeren, sowiein verschiedenen Küstenpunkten desselben Meeres inFolge seiner Fluthen stets zeigen.
Es scheint mir daher die Ansicht Boden zu gewin-nen, dass die Niveau-Differenz des atlantischenund des Mittelnieeres überhaupt keine reelle, son-dern nur eine scheinbare ist, welche daher rührt,dass in allen Häfen an der ganzen atlantischenKüste Frankreichs die Fluth sich stets höher über dasNiveau des Gleichgewichts der Gewässer erhebt, als dieEbbe unter dasselbe herabsinkt, wodurch sich das (ausder Beobachtung der Maxima und Minima als arithmeti-sches Mittel abgeleitete) mittlere Niveau sowohl für jedeneinzelnen Hafen, als auch für das Mittel aus sämmtlichenHäfen zu hoch heraus stellt.
Wenn diese Ansicht die richtige ist, so muss das-jenige mittlere Meeresniveau, das aus den zur Zeit derQuadraturen eintretenden Ebbe- und Fluthhöhen abge-leitet wird, niedriger sein als dasjenige, das die bishervorzugsweise in Betracht gezogenen Fluthen zur Zeit derSyzvgien ergeben. — Ebenso muss die Bestimmung desmittleren Niveaus an stark vortretenden Vorgebirgen —wo man freilich keine Seehäfen findet — sich dem wah-ren statischen Niveau mehr nähern, als das für die Tiefeder Buchten (die Baifluthen) gewonnene.
Auch die trigonometrische Bestimmung, welcheCorabceuf durch eine über die Pyrenäen gelegte Dreiecks-kette vornahm, führte ihn zu dem Schluss, dass eineNiveau-Diöerenz des biscayischen Busens und des Mittel-meeres nicht existire. — Seine Messung, deren Genauig-keit diejenige eines directen Nivellements freilich nichterreichen konnte, schloss sich aber nicht an die Höhe.