uͤber die Supplemententafeln. 155
longa iſt, cylindrica, apice ſpiræ modo intorto, cuius cameras cavas ſiphunculuspereurrit. Weil daher dieſer ſchaligte Koͤrper einem Biſchofſtab einiger maſſen aͤhnlich iſt, ſohat er den Namen Lituites bekommen.
Der geſtreckte, ſowohl als der gekruͤmmte Theil, beſtehet aus lauter Zwiſchenwaͤnden„dieſich an die innere Flaͤche der Schale anſchließen, und dadurch gleichſam lauter Kammern bil-den. An dem aͤuſſerſten Ende des geſtreckten Theils iſt ein leerer Raum, der keine Kammernhat, und dieſer iſt der eigentliche Sitz desjenigen Thiers, ſo dieſes ſchaligte Gehaͤuſe bewohnt.Die Kammern ſelbſt ſind unten nach der geſtreckten Seite zu weiter, als oben, und je mehr ſieſich dem gekruͤmmten Ende naͤhern, deſto enger werden ſie. Die Scheidewaͤnde ſind nach demgeſtreckten Ende zu, concav, nach dem gekruͤmmten aber convex, doch will man bey einigen,wenn hier nicht ein kleiner Irthum vorgegangen, auch gebogene Waͤnde(diaphragmata ſi-nuoſa) gefunden haben, wovon gleich ein mehrers. Die ganze Schale, welche die Concame,ration einſchlieſet, wird zwar eylindriſch genennet, doch wird man bemerken, daß wo nichtalle, doch die mehreſten gegen die Gyration zu allmaͤhlig, jedoch faſt unmerklich duͤnner, wer-den, und dieſes wird man am deutlichſten inne, wenn man das Maas der gekruͤmmten End-ſpitze mit dem Maas der Oeffnung an dem geſtreckten Theil miteinander in Vergleichung ſetzt.Ordentlicher Weiſe iſt dieſe aͤuſſere Schale rund, doch ſcheint es auch welche zu geben, die aufder nach innen zu gekehrten Seite ſcharf zulaufen, und daſelbſt eine gezaͤhnelte Kannte haben.Der Kleiniſche Lituit in ſeinen tubulis marinis mus uͤber 50. Cammern gehabt haben, bey an—dern, deren Cammern etwas weiter ſind, denn auch hierinn habe ich einigen Unterſchied wahr—genommen, iſt die Anzahl geringer, wie denn uberhaupt die mindere und groͤſſere Anzahl der-ſelben allem Anſehen nach von dem Alter des Lituiten abhaͤngen mus. Das gekruͤmmte Endebeſteht aus einer vielkammrichten Gyration, ſo daß auf beyden Seiten die innere Windungenetwas einwaͤrts und vertieft liegen. Die aͤuſſere Schale dieſer Gyration, wenn ſie noch vol-lig unverſehrt iſt, hat ausnehmend zarte wellenförmige Streifen, dergleichen man an einigenAmmonitenarten mit ſcharfen Ruͤcken wahrnimmt. Ich habe dieſe Entdeckung auf einem Goth—laͤndiſchen Exemplar, ſo noch ſeine voͤllige natuͤrliche Schale hatte, gemacht, ob aber der indie Laͤnge geſtreckte Theil von gleicher Beſchaffenheit ſey, kann ich nicht ſagen, weil derſelbe andieſem Exemplar gaͤnzlich fehlet. Wahrſcheinlicher Weiſe ſind in dieſem Stuͤck die Lituiten,ſo wie die Orthoceratiten, nicht von einerley Art, wie ich denn auch befunden habe, daß dieSchale bey Lituiten von einerley Groͤſe nicht gleich ſtark iſt. Ueberhaupt iſt ſie allezeit duͤnnund die ſtaͤrkſte wird kaum die Staͤrke eines Meſſer-Ruͤckens übertreffen. Der Gyrationenſind gemeiniglich zwey, doch habe ich auch welche bemerket, die, wo nicht deren drey, doch we—nigſtens den Anfang der dritten Gyration zeigen. Bis an die aͤuſſerſte Endſpitze laͤßt ſich ſolchefaſt bey keinem Exemplar recht deutlich entdecken, daher einige gelehrte Naturforſcher in derMeynung ſtehen, daß ſolche bey den Lituiten nicht bis zum Centro reiche, ſondern daß daſelbſtallezeit ein leerer Raum uͤbrig bleibe. Doch ſcheint die Gyration beym Kleiniſchen Exemplarbis ans Centrum zu gehen. Vielleicht hat auch hier das allmaͤhlige Wachsthum der Schaleſeinen Einfluß in dieſen Unterſchied. Denn wenn die Conchylienſchalen nicht blos durch einenneuen Anſatz zunehmen, ſondern vielleicht, wie die Knochen der Menſchen und Thiere, ſich mitden Jahren erweitern und zugleich vergroͤſſern, ſo muß bey einem alten Lituiten, dieſer leere Cen-tralplatz allmaͤchlich durch die Erweiterung der Endſpitze zuwachſen. Die Gyration ſelbſt iſtbey allen Lituiten darinnen einerley, daß ſie ſpiraliſch iſt, und auf keiner Seite in die Hohegeht, darinnen aber merkt man einigen Unterſchied, daß die Windungen bey verſchiedenen ge-fundenen Exemplaren an einander, wie bey den Ammoniten anſtoſſen, bey den mehreſten aberliegt die erſte frey, ſo, daß zwiſchen ihr und dem geſtreckten Theil ein leerer Raum, der bald
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