Band 
Dritter Theil.
Seite
221
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uͤber die Supplemententafeln. 221

Deckel verſehen iſt, ein Character, der den zweyſchaligen Muſcheln eigen iſt und dergleichenman bey keiner einzigen Zoophytenart wahrnehmen wird, wie denn auch die Zoophyten nie inihren Wohnungen ſo wie Muſcheln einen weiten leeren Raum haben in welchem der ganzeKoͤrper ſo wie bey den Muſcheln verborgen liegt. Dies iſt alles wohl ausgemacht und richtig.Dennoch aber findet ſich bey dieſer Meynung eine Schwierigkeit, welche dieſe ſonſt nicht un,gegruͤndete Vermuthung nicht wenig entkraͤftet. Ich ſetze hier zum voraus, daß auch in an-dern Exemplaren dieſer Art eben das coralliniſche Gewebe zu finden iſt, das ich vorher beſchrie,ben, und das in meinen beyden Exemplarien, eins wie das andere, ſich vollig gleich iſt. Iſt dieſeTeytur dem Körper eigen, ſo kan derſelbe wohl ſchwerlich eine Muſchel ſeyn, weil der ganzeOrganismus eines Conchylien-Bewohners unmoͤglich verſtattet, ihm die Verfertigung einesſolchen coralliniſchen Gewebes beyzulegen. Dieſer baut und vergroͤßert ſich ſein Haus durchſeine ſchleimigten Ausfluͤße. Der Bau hingegen eines Polypen iſt zu einer ſolchen Texturfähig und geſchickt. Kommt nun noch hinzu, daß es auch gewiſſe Fungiten giebt, die auf dereinen Seite eben daſſelbe Gewebe, auf der andern wie hier, Querſtreifen haben, als wovonich oben bey den Maſtrichter Verſteinerungen gehandelt, daß es ferner auch eckigte Fungitengiebt, die unten eben ſo ſpitzig zugehen, wie aus Bromels lithographia Suecana, S. 69.erhellet, daß ferner ſelbſt die Hippuriten inwendig der Laͤnge lang gehende Streifen, auswen,dig hingegen Querſtreifen haben, daß man endlich ſtreifigte Coralliolithen neuerer Zeit entdeckt,die oben an ihrer Oefnung ebenfalls Deckel haben, und wohin unter andern Hrn. GuettardsBrechiten gehoͤren, ſo wird man wahrhaftig hier im Zweifel gelaſſen, weil ſich das den Muſcheln allein eigene Schloß und das den Polypen allein eigene Gewebe hier in einem Koͤrperzuſammen vereinigt findet. Sollte aber ja eben dieſe innere coralliniſche Textur bey dieſemKoͤrper was blos zufaͤlliges ſeyn, ſo iſt de Meynung des Herrn von Huͤpſch keinem Zweifelunterworfen. Wenigſtens trage ich noch zur Zeit Bedenken, in dem Bau dieſes Korpers einMittelge ſchlecht zu finden, ſo die Natur zwiſchen die ſteinartigen Corallen und die Conchyliengeſetzt.

8 Ve.

Num. 1. iſt der mittlere Theil von einem ziemlich groſſen Trilobiten, von Havelberg.Es iſt eigentlich, wie man deutlich ſiehet, nur ein Steinkern. Das merkwuͤrdigſte dabey iſt,daß man von der Abtheilung des Ruͤckens in drey lobos hier ſehr wenig gewahr wird. Wienun, wenn ſich wirklich noch dergleichen Koͤrper im Steinreich finden ſollten, die einen Krebs,ſchwanz aͤhnliche Ruͤcken, ohne in drey lobos getheilt zu ſeyn, haͤtten, wuͤrden nicht alsdennunſere Trilobiten eine beſondere Geſchlechtsgattung von einem ſolchen Koͤrper ſeyn, und wenndieſes richtig, wie wollte man ihn in dem oben beſchriebenen oniſco eruſtaceo oder dem Ißlaͤn-diſchen oſcabiörn verkennen? Solche Körper, wie hier, gehoͤren mit zu den ſogenannten verſteinten Krebsſchwaͤnzen, deren Geſner und andere Naturforſcher der damaligen Zeit erwehnet.

Num. a. Der ſeel. Hr. Probſt Genzmer macht von dieſem Trilobiten folgende Beſchrei-bung: conchæ trilobæ lævis valuula prorſus ſingularis, cuius medius lobus brevior& a margine redudtior in depreſſum ſulcum deſinit. Er ſiehet naͤmlich das ganze Stuͤckfuͤr eine bloſe Schwanzklappe an, deren mittlerer lobus ſchon in der Mitte ſich endige, undgleichſam ſich in eine Furche bis an die aͤuſſerſte Kannte verwandle. Mir kommt der untere Theilals ein Stuͤck der Ruͤckenſchale fuͤr, auf welchem die Schwanzklappe mit zu liegen gekommen.Denn man ſiehet ſehr zarte in einander geſchobene Ringe, welche Eigenſchaft blos der Rücken

Kkk 4 ſchale