Band 
Vierter Theil.
Seite
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8 Vor bericht.

recht gethan zu haben, wenn ich bey der Claßification ſolcher Thierpflanzen vorzuͤglich mit aufdie weſentliche Beſchaffenheit ihres fulcri geſehen habe. a

Die Gewuͤrme ſind vollkommnere Thiere, als die bisher beſchriebene Thierpflanzen. Ihrfleiſchigter Körper iſt von einem compactern Weſen, als der ſchleimige, daß aber jener voll-kommner ſeyn muß, als dieſer, ſiehet man auch nur blos daher, weil die Natur, wenn ſie eineMaterie zu mehrern Vollkommenheiten bearbeitet, allezeit fluͤßige Weſen nimmt, und ſolchedurch mancherley Gradationen zu compactern feſtern Weſen bildet, wovon die thieriſche Zeu-gungsart uns taͤglich Beweiſe aufſtellet. Der fleiſchige Korper eines Wurms naͤhert ſich mehrder thieriſchen Geſtalt, als bey den Pflanzenthieren, ſelbſt an einigen der einfacheſten hat man

neuerer Zeit Spuren von Werkzeugen des Geſichts entdeckt, ſie beſitzen verſchiedene Glied-

maſſen, die denen Pflanzenthieren fehlen, und ſollten es auch blos unmerkbare Vorſtenfuͤße,Fuͤhlhöͤrner und Fuͤhlſpitzen ſeyn. Sie haben dabey das Vermögen, ſich von ihrem Standortnach Belieben zu entfernen, wenn ſich gleich deſſelben einige wenige entweder gar nicht, oderdoch ſehr ſelten bedienen. Hingegen ſind dieſe Gewuͤrme nicht ſo vollkommen, als die Inſecten.Jene haben keinen in gewiſſe Theile durch Einbiegungen und Hervorragungen abgeſetzten Koͤr-per, an dieſen laͤßt ſich Kopf, Bruſt, Rumpf u. ſ. w. unterſcheiden. Die Inſecten habenWerkzeuge der Sinnen und Gliedmaſſen, die den Wuͤrmern fehlen, der ganze Bau ihres Koͤr-pers iſt weniger einfach, als bey den Wuͤrmern, und da die in Anſehung der Fortpflanzungihres Geſchlechts und der Reproduction pflanzenartig ſind, ſo zeugen ſich dieſe auf thieriſcheArt fort. Hieraus folgt, daß bey der Stufenfolge des Thierreichs nach den Pflanzenthie-ren unmittelbar die Wuͤrmer, und alsdann erſt nach ihnen die Inſecten folgen muͤſſen.

Wir werden bey der ganzen Oeconomie der Natur gewahr, daß dieſelbe aus fluͤßigeneWeſen weiche und fleiſchige, aus dieſen knorpelichte, aus ſolchen noch haͤrtere Subſtanzen,die wir Knochen nennen, bildet. Wir werden aber auch dieſes finden, daß, wenn ſie zu meh-rern Stufen der Vollkommenheit im thieriſchen Reiche fortſchreiten will, ſie nunmehro anfaͤngt,haͤrtere Theile mit weichen und flußigen zu verbinden, und aus ihnen ein Ganzes zu machen.Wir haben dieſes Geſetz der Natur ſchon bey den Pflanzenthieren wahrgenommen, unter welchen ſie denen unvollkommenſten blos einen gallerigten Körper giebt, bey den vollkommnernaber weiche und harte Theile mit einander auf das geſchickteſte verbindet. Hieraus glaube ichſicher ſchlieſſen zu koͤnnen, daß die nacketen Gewuͤrme nicht ſo vollkommen zu nennen, als diebekleideten, und daß von der mindern und mehrern Vollkommenheit der Bekleidung auch dieVollkommenheit des Thiers, ſo ſolche hat, mit abhange. Denn iſt ſelbſt, wie wir eben jetzt er-wieſen, eine Bekleidung an ſich ein näherer Schritt zur mehrern Vollkommenheit, ſofolgt daraus wohl ganz natuͤrlich, daß dasjenige Thier, ſo eine vollkommnere Bekleidung hat,vollkommner ſeyn muͤſſe, als dasjenige, deſſen Bekleidung nicht ſo vollkommen iſt. Allein auswelchem Geſichtspunet iſt die Vollkommenheit ſolcher Bekleidungen, im Ganzen und allgemeinbetrachtet, zu beſtimmen? Ich glaube, aus der Feſtigkeit und Durabilitaͤt der Subſtanz, wo,raus die Bekleidung beſtehet. Hieraus folgere ich, daß ein nackter Wurm nicht ſo vollkom,men, als ein bekleideter, daß die knorpelichte Bekleidung eines Seeſterns nicht ſo vollkommen,als die zwar poröſe, aber weit feſtere Wohnung eines See-Igels, und daß dieſe wiederumnicht ſo vollkommen ſey, als das dichte Schalengehäuſe einer Muſchel und Schnecke, wennſolches an ſich und im Ganzen betrachtet wird. Es iſt daher die allerduͤnnſte Schale einerConchylie vollkommner, als die Schale eines See⸗Igels. k).

Betrachten wir nun alle Wuͤrmer aus dieſem Geſichtspunct, ſo folgt, daß unter ihnen

die nacketen Wuͤrmer die untere Stufe, die bekleideten die obere Stufe der Vollkommenheitn. i ein-

1) Ich weis, daß die See⸗Igel gewiſſe Knochen haben, allein ſie bilden kein Knochenſyſtem, das bey

einem regelmaͤßigen Gliederbau zum Grunde liegt.ein Knochenſyſtem haben, unterſchieden.

Mithin ſind ſie himmelweit von den Thieren, die

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