VORWORT.
ei Aufstellung des Programms zu vorliegendem Werke seitens der Verlagshandlung, war derleitende Gesichtspunkt der, dem Freunde der Erdkunde, dem Zeitungsleser und Politiker,dem Studienbeflissenen, sowie Lehrenden und Lernenden einen Atlas zu bieten, der,abweichend von der allgemeinen Norm, mit einem umfangreichen Textwerke in innigeVerbindung gebracht werden sollte.
Jedermann, der sich mit geographischen Dingen befasst, weiss, dass es an vorzüg-lichen Atlanten und bewährten geographischen Handbüchern durchaus nicht mangelt.Wollte man zu dem Guten und Besten noch etwas hinzufügen, durfte und konnte dies nur— bei gleichzeitiger Aufstellung eines aussergewohnlich niedrigen Preises — in derVoraussetzung geschehen, dass mit einem solchen Werke dem Abnehmer desselben etwasgeboten würde, das sich durch Eigenart und Nützlichkeit von ähnlichen Werken unterscheidet. Diese Grundbedingung glaubenVerleger und Verfasser dadurch erfüllt zu haben, dass sie ein Werk schufen, das in kartographischer und textlicher Beziehungein homogenes Ganzes bildet.
Die Benützung eines Atlas bedingt nicht, dass die jeweilig gewünschte Aufklärung oder Belehrung in jenem aus-reichenden Maasse stattfinde, dass zu fragen weiter nichts übrig bliebe. In den meisten Fällen muss ein geographisches Handbuchzu Rathe gezogen werden, das von dem im Gebrauche stehenden Atlas völlig unabhängig ist, was zur Folge hat, dass die karto-graphische und die textliche Orientirung sich in den seltensten Fällen decken, beziehungsweise ergänzen.
Das vorliegende Werk mit seinen dreiundsechzig schönen und inhaltlich correcten Karten und seinen 125 Folio-bogen Text vertritt das Princip der innigen Verschmelzung eines brauchbaren Atlas mit einem geographischen Handbuche soweit, dass die einzelnen Kartenblätter in das Textwerk eingestreut sind. Dadurch wird in allen Fällen, in denen eine Nach-suche oder Orientirung gewünscht wird, dieselbe sozusagen auf einer und derselben Stelle erfolgen, auf der betreffendenKarte und zugleich in der dazugehörigen Textstelle. Als dritter Behelf dienen die Illustrationen, deren das Werk fasttausend enthält: ein Reichthum an bildlichen Anschauungsmitteln, wie er kaum in einem anderen geographischen Handbuchezur Geltung kommt.
Rücksichtlich der Zuverlässigkeit des Textes wurde die gleiche Sorgfalt aufgewendet, welche bei der Herstellung derKarten geübt wurde. Dass das Textwerk nicht ganz frei von Fehlern blieb, liess sich bei der ungeheuren Weitläufigkeit desGegenstandes und in Anbetracht der unbesiegbaren Schwierigkeit, eine erfolgreiche Controle über die kleinen und kleinstenDinge, welche dem Wandel unterliegen, auszuüben, nicht vermeiden. In Bezug auf die statistischen Daten wolle man diedem Werke angefügten Tabellen zur Richtschnur nehmen, da in ihnen das neueste Material verarbeitet wurde, und sonach die