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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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131
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B. Mitteleuropa. IY. Die Oesterreichisch-Ungarisclie Monarchie.

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zur Brau. 8. Der Rottenmanner Tauern (1265 Meter) zwischen Enns und Mur;Kunststrasse zwischen Liezen und Judenburg. 9. Ber Prebühl (1227 Meter)zwischen Eisenerz und Yordernberg; Kunststrasse, -r- 10. Ber Pyhrnpass (945Meter) zwischen der Enns und Bonau von Liezen nach Steyr oder Wels und Linz.Ueber Steyr, durch dasGesäuse (Ennsdurchbruch) und bis Admont, weitpr durchdas Paltenthal, über die flache Wasserscheide Walderhöhe (846 Meter) in dasLiesingthal nach St. Michael im Murthale bis Scheifling. II. Ber Cristallinpasszwischen dem Puster- und Piavethale; Kunststrasse von Toblach durch das Höhlen-steinthal nach Cortina in die Engen des Ampezzo- und Piavethaies. 12. BerPontebbapass (810 Meter) zwischen der Brau und dem Tagliamento; Kunststrasse.Jetzt auch Eisenbahn. 13. Bie Wurzener Pässe (1071 Meter) zwischen Brauund Save, nur theilweise Kunststrasse. 14. Ber Predilpass (1162 Meter) zwischender Brau und dem Isonzo; Kunststrasse. 15* Ber Loiblpass (137° Meter),Kunststrasse zwischen Klagenfurt und Laibach. 16. Ber Semmeringpass (980Meter), der niedrigste der Alpenpassagen. Er vermittelt den Yerkehr über den öst-lichen Theil der Ostalp en.

Der Karst. Er schliesst sich an die Triglavgruppe an undstreicht auf dem Boden Krains und des Küstenlandes als einezusammenhängende Reihe ausgedehnter Hochrücken in parallelenZügen von Nordwest nach Südost. Im nördlichen Theile sindnoch ausgedehnte Wälder (derTarnowaner, derBirnbaumerWald etc.); der südliche Theil aber, der eigentliche Karst, isteine vegetationsarme Hochfläche, die einem erstarrten, sturm-bewegten Meere vergleichbar ist. Er enthält unzählige trichter-förmige Vertiefungen (Dolinen), in welchen kümmerlicher An-bau und einige Vegetation gedeiht. Der ödeste Theil ist derTschitschenboden, der sich bis zum Quarnerischen Busenerstreckt. Sein höchster Gipfel ist der Monte Maggiore,welcher sich nur bis zu 1394 Metern erhebt, während der culmi-nirende Gipfel des nördlichen Karstes der Schneebergbis zu 1796 Metern aufragt.

Ostwärts um den Golf von Fiume setzt das Karstgebietals dinarisches Alpensystem in südöstlicher Richtung, parallelmit der Adriaküste, fort. Er führt verschiedene Localnamen,bei Fiume selbst heisst er Liburnischer Karst (Risnjak1520 Meter), im kroatischen Küstenlande Kapelagebirge undVelebit (Sveto Brdo 1753 Meter). Letzteres geht allmählichin das eigentliche Dinara-gebirge über; es erfüllt dasmittlere und südliche Dalma-tien und das benachbarte bos-nisch - herzegowinische Ge-biet und erreicht im MonteDi nara an der Krkaquelleeine Gipfelhöhe von 1811Metern. Der höchste Gipfelaber befindet sich im äusser-sten Süden in der Bocchedi Cattaro, wo der Orjenbis 1898 Meter ansteigt. Erist bereits ein Glied dermächtigen wilden Plateau-masse, die sich hinterwärtsder Cattareser Bucht als-Hochgebirge von Monte-negro zwischen den Quellenvon Flüssen erhebt, die so-wohl dem Schwarzen als demAdriatischen Meere Zuströ-men. Südlich von Cattaro

fällt das Küstengebirge rasch

zum Meere ab.

Das Deutsche Mittelge-birge siehe S. 103.

Die Karpathen.

Die Karpathen, welchezu den Mittelgebirgen Eu-ropas gezählt werden, bildeneigentlich ein mächtiges Ge-birgssystem für sich, welchesan manchen Stellen Alpen-charakter hat und schondurch seine Gruppen vonGebirgsmassen von ansehn-licher Längenentwickelungwesentlich von den übrigeneuropäischen Mittelgebirgensich unterscheidet. DasKarpathensystem zerfällt inzwei natürliche Abschnitte:

Bobrctsch (Kärjiten).

in die eigentlichen Karpathen und in das Siebenbürgi-sche Hochland.

I. Die eigentlichen Karpathen. In diesen unterscheidet man:

1. Die Westkarpathen (oder das Beskidengebirge) zwi-schen der Betschwa, Oder und Waag. Sie zerfallen in mehrereGruppen, und zwar in die kleinen Karpathen (von geringerHöhe); die Miavagruppe, gleichfalls von geringer Höhe; dieeigentlichen Beskiden (Smrk 1339 Meter) und die Arvaer-gruppe (Babia Gura 1720 Meter).

2. Die Hochkarpathen zwischen der ungarischen Donau-ebene und dem galizischen Tieflande einerseits und zwischenWaag und Popräd andererseits. Man unterscheidet folgendeGruppen: die Tatra, ein mächtiges Kettengebirge, welches denMittelpunkt des ganzen Karpathensystems bildet, mit mehrereninteressanten Hochseen, welche manMeeraugen nennt, wild-romantischen Thälern und wilden Schluchten (Karfunkelthurm2805 Meter). Das Neutraer Gebirge, das Liptauer Ge-birge (auch Kleine Tatra genannt). Das karpathischeVorgebirge, die Fätra oder dasungarische Erzgebirge(Grosse Fätra 1776 Meter). Die Ostrowskygruppe (1445Meter) und mehrere kleinere Glieder, worunter die weinreicheHegyalja (Tokayer Berge) das Bemerkenswertheste ist.

3. Das Karpathische Waldgebirge, der östliche Zugder eigentlichen Karpathen, eine breit hingelagerte, mit Urwaldbedeckte Sandsteinkette, bis an die Grenze Siebenbürgensreichend. Die Zahl der Hochgipfel ist sehr bedeutend: CsernaGora (2012 Meter), Pop Iwan (1925 Meter) und Dzumalau(1853 Meter) sind die höchsten.

II. Das siebenbürgische Hochland, von ansehnlichen Rand-gebirgen im Osten und Süden umzogen, eine geschlossenecentrale Masse von fast quadratischer Grundfläche und über100.000 Quadratkilometer Ausdehnung. Die Randketten, imSüden und Osten wallartig und nur einmal im Süden von derAluta durchbrochen, sind bis 1780 Meter Seehöhe mit dichten

Waldungen bedeckt; überdie Waldregion jedoch stre-ben nackte Felsenspitzen zualpiner Höhe empor, undwenngleich Schnee- und Eis-felder fehlen, sind doch diehöchsten Gipfel nur wenigeWochen schneefrei, und inbe-schatteten Schluchten über-sommern Schnee- und Eis-massen. Man unterscheidetfolgende Abschnitte:

1. Das Östliche Rand-gebirge, welches sich ausvielen kleineren Gruppen zu-sammensetzt, in deren einer

demGy ergyöergebirge

der culminirende Gipfel(Pietrosul 2107 Meter) liegt.

2. Das südliche Rand-gebirge oder dieTrans-sylvanischen Alpen, mehrals 370 Kilometer lang, derhöchste und wildeste Theilder ganzen Umwallung Sie-benbürgens, an dem manmehrere Gruppen unterschei-det. Im Fogarascher Ge-birge erhebt sich derNegoi( 2 543 Meter) als culminiren-der Gipfel der transsylvani-schen Alpen und Siebenbür-gens überhaupt.

3. Das westliche Rand-gebirge, weniger massigauftretend und durch Flüssein einzelne isolirte Gruppenauseinandergerissen. DieGipfelhöhen aber sind be-deutend: Bihar (1846 Meter),Djalumare (1828 Meter).

4-Das nördliche Rand-gebirge mit den sehr bedeu-tenden culminirenden GipfelnPietrossa (2297 Meter) undIneu (2281 Meter).

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