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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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E. Osteuropa. — Das russische Reich.

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Grossrussin.

Die Küstenländer am Weissen Meere und am Nördlichen Eis-meere (das Gebiet der Tundren) haben vollständig arktischesKlima. Klimatische Zonen für sich bilden das mittelrussischeWald- und das südrussische Steppengebiet. An der Südküsteder Krim endlich herrschen fast dieselben klimatischen Ver-hältnisse wie in der Mittelmeerregion. 'Von dem letztgenanntenkleinen Küstenstreif abgesehen, hat ganz Russland ein aus-gesprochen continentales Klima mit bedeutenden Temperatur-extremen. In der arktischen Region, wo während des kürze-sten Tages die Sonne nur vier Stunden (von io Uhr bis2 Uhr) am Himmel steht, fällt das Thermometer tief unterden Gefrierpunkt des Quecksilbers. Nur die langen Sommer-tage (am längsten Tage steht die Sonne zwanzig Stunden amHimmel, von 2 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends) bringenden gefrorenen Boden auf der Oberfläche zum Aufthauen. Imnördlichen Russland dauert der Winter überhaupt sechs bissieben Monate, im mittleren fast ebensolange. Südrussland hateigentlich nur zwei Jahreszeiten: Winter und Sommer; beide halten langean, während die Uebergangsjahreszeiten Herbst und Frühling von nurkurzer Dauer sind. Der grösste Theil des Reiches ist heftigen Ost- undNordstürmen ausgesetzt. . Der Winter ist schneereich, der Sommerregenarm.

Die Bewohner. Der Grösse des russischen Reiches entsprechend, istdie Zahl seiner Bewohner eine sehr bedeutende. Sie wird auf der Erde innumerischer Beziehung nur von zwei Reichen, England (circa 313 Mil-lionen) und China (circa 403 Millionen), übertroffen. Im Verhältnisse zu

II. Hochasiatische Rasse (Ural-Altaier).

A. Uralier.

a) Finnnisclier Zweig: I. Baltische Finnen \

2. Wolga- „ 1 .5 Millionen

3. Nordische „ J

4. Baschkiren . I „

B. Altaier.

a) Mongolischer Zweig: Kalmüken.o*i „

b) Türkischer Zweig: Kirgisen, Nogaier 1

Tataren j. . ”

III. Semiten — Juden.3 „

Ausserdem Fremde.

Wie man aus vorstehender Tabelle ersieht, ist das VölkergemischRusslands ein solches, wie ein ähnliches kein zweites europäisches Reichaufzuweisen hat. Die herrschende Rasse sind die Slaven, und unter diesenwdeder die Grossrussen (fast 42 Mil-lionen), welche indess manche Ethno-graphen — im Gegensätze zu den Klein-russen — für ein mongolisch-slavischesMischvolk halten, das sie mit der Be-zeichnung „Moskowiter” belegen. That-sache ist, dass zwischen Gross- und Klein-russen zwar historische und ethnographi-sche Unterschiede, nicht aber ethnische,bestehen. Der Unterschied zwischen Gross-und Kleinrussen ist sprachlich noch vielgeringer als zwischen Ober- und Nieder-deutschen. Die grosse Masse des Gross-russenthums ist von einer so grossenGleichartigkeit des Gepräges, wie sicheiner ähnlichen wenige andere Völker zuerfreuen haben. Sprachlich (nur im dialek-tischen Sinne) sind auch die sogenannten Krimtatar.

Weissrussen von den Gross- und Klein-russen zu unterscheiden. Von den verschiedenen Elementen, diesich dem Slavischen beigemengt haben, ist beim Grossrussen dasFinnische, beim Weissrussen das Lithauische, beim Kleinrussendas Türkische (Tatarische) vorwiegend. Im Allgemeinen scheintder Slavismus des russischen Volkes von Norden nach Südenund von Osten nach Westen zuzunehmen.

Nach der vorstehend erwähnten „Moskowiter”-Theorie wären sonach die Klein-russen allein reinblütige Slaven. Gleichwohl hat man geraume Zeit darüber orakelt,welches ethnische Element man in den einst wegen ihrer Streifzüge und ihrer kriege-rischen Eigenschaften ebenso berüchtigten als gefürchteten Kosaken der Ukraine(„Zaporoger”) zu erkennen habe. Dass sie Kleinrussen, also reine Slaven waren,daran dachte oder glaubte Niemand. Der französische Schriftsteller Lesur lässt nichtnur die Zaporoger, sondern sämmtliche Kosaken (also auch die grossrussischen Don-kosaken) von den — Kumanen abstammen. Ein anderer Schriftsteller glaubt, in denZaporogern jene „Karakalpaken” (die ja gleichfalls nichts Anderes als Kumanenwaren) zu erkennen, welchen nach der furchtbaren Mongolenschlacht an der Kalka(1224) der Fürst Wstislaw Romanowitsch in der Ukraine Ländereien anwies. Allediese Irrthümer rühren daher, dass man in der Kampf- und Lebensweise derKosaken nichts Slavisch-Russisches erkennen wollte. Dazu kommt, dass der Name

seinem Länderumfange ist indess Russland gleichwohlvölkert. Die Bewohnerzahl im Gesammtreiche beträgt:

schwach be-

1. Im europäischen Russland (Stammland).

• 77,879-521

2. Im Königreich Polen.

7,416.958

3. In Finnland..

2,176.421

zusammen

. 87,472.900

1. Im asiatischen Russland.

• 16,439-742

2. In den Staaten unter russischem Einfluss.

zusammen

• 19,269-742

. Total . .

. 106,742.642

Mit Ausschluss der Schutzstaaten

. 103,912.642

Nach ihrer ethnischen Stellung gliedert sich die Gesammtbevölkerung Russlands (in Europa)wie folgt:

I. Indoeuropäer (Arier).

1. Slaven (Gross- und Weissrussen, Kleinrussen). 63 Millionen

Polen.5*6 „

2. Letten (mit Lithauern und Kuren).3-5 „

3. Germanen (Deutsche: 1*5 Millionen f

(Schweden: 0*3 Million J . 2 ”

4. Romanen (Moldauwlachen). I Million

5. Griechen (in Colonien am Asow’schen Meere).0'08 „

6. Eranier (Armenier, Perser — nur fti Colonien).? „

7. Zigeuner .0*12 „

Kleinrusse.

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