Asien. Allgemeine Uebersicht.
Küstenumrisse und Inseln.
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Trauer”, der vielen hier vorkommenden Schiffbrüche halber sogenannt), welche den Golf von Aden mit jenem verbindet.Mitten in dieser schmalen Seestrasse liegt die kleine FelsinselPerim, eine Besitzung der Engländer, welche das Eiland miteinem Leuchtthurme versehen haben. Das Land auf der arabi-schen Uferseite ist Yemen — das „glückliche Arabien” derAlten. Indess erstreckt sich vom Gestade weit landeinwärts einniedriger, flacher, meist sandiger, nur mit Mimosen und Tama-riskengestrüpp bedeckter Küstenstrich, welchen man „Tehama”nennt. Lagunen und Sumpfstrecken tragen zur Verschlechte-rung des ohnedies ungesunden Klimas in diesem Bereiche nichtunwesentlich bei. Die wichtigsten Hafenorte in Tehama sind:Mocha, Hodeida und Lohaia. Die beiden letzteren sinddurch Korallenriffe gesperrt.
Von Lohaia nordwärts nimmt der klippenreiche Farzan-Archipel seine Ausdehnung. Er ist das Product der Thätig-keit riffbauender Korallen; die grosse Bank zieht sich unter-seeisch bis zur abessinischen Küste, wo sie mit den Inseln undKlippen des Dahlak-Archipels wieder über dem Meeres-spiegel aufsteigt. — Beiläufig in der Längsmitte der Westküstevon Arabien erhebt sich hinter dem Tehama das Küstenlandzu einer gewaltigen Gebirgsmasse — dem Alpenlande Asyr —der höchsten Bodenanschwellung auf der arabischen Halbinsel.Auf einem Flächenraume, welcher dem der Schweiz gleich-kommt, breitet sich ein wildes Urgebirge aus mit rauhen,massigen Höhen, unersteiglichen Granitgipfeln und gefährlichenPässen, alles überwuchert von undurchdringlichem Mimosen-und Sykomorendickicht.
Wo das Asyrgebirge im Norden endet, beginnt dasKüstenland Hidjaz. An der Küste selbst liegt Djidda, dieHafenstadt für Mekka, das etwa drei Tagereisen landeinwärtssich befindet. Der Weg auf die Küstenterrasse, auf welcher dieislamitische Pilgerstadt liegt, führt durch ein ödes Felsenthal,das von türkischen Militärposten bewacht wird. — Einen ähn-lichen Küstenweg vom Gestade über die Randhöhen hinwegauf die nächst höhere Terrasse finden wir etwas weiter nörd-lich. Dort liegt Janbo, die Hafenstadt für Medina, das aberbeträchtlich weiter als Mekka im Inneren liegt, nämlich sechsbis sieben Tagereisen. Nordwärts von Janbo, bis zur Sinaihalb-insel, ist der ganze Küstensaum „Tehama”.
Am Cap Mohammed, der Südspitze der Sinaihalbinsel, gabelt sich das nörd-lichste Ende des Rothen Meeres in zwei Arme, von denen der eine — der Golfvon Akabah — nordöstlich, der andere — der Golf von Suez — nordwestlichabzweigt. Das Sinaigebirge füllt nur die südliche Hälfte der gleichnamigen Halb-insel aus; nördlich von jenem erstreckt sich die rauhe, von einigen Bergrückendurchzogene Wüste Tih (Paran der Bibel). — Die Einfahrt in den Golf von Akabahist sehr gefährlich, theils der ihm vorliegenden Klippeninseln halber, theils wegender furchtbaren Stürme, welche hier herrschen. Der Uferstrich besteht aus sandigen
Aden.
Flächen, nach welchen steinige, spärlich mit Mimosen bestandene Thäler münden.Dieses Gestade ist schrecklich vereinsamt; nur Fischer halten sich hier auf, und wennsie ihre Netze auswerfen, können sie auf der ersten flachen Felsterrasse des Meeres-bodens eine Strecke weit Vordringen, mit Beachtung aller Vorsicht; denn wo dieseFelsplatte endet, stürzt der Seegrund wie eine senkrechte Mauer 600 Meter unddarüber in die Tiefe. Am Nordende, wo sich westlich der Karawanenweg in fels-gehauenen Serpentinen über das vorgelagerte Porphyrgebirge hinwegwindet, setzt dieConfiguration des Golfes als trockenes Thal — Ar ab ah genannt — in nordöstlicherRichtung fort und geht zuletzt in die Depression des Jordanthales, derensüdlichster Theil das 394 Meter unter dem Meeresspiegel liegende Todte Meereinnimmt, über.
Der Golf von Suez — auf der westlichen Seite der Sinai-halbinsel — endet mit der grossen Lagune, an welcher diegleichnamige Stadt liegt. Diese Lagune unterliegt hinsichtlichihres Wasserstandes beständigem Wechsel, und zwar wirddieser nicht blos durch Ebbe und Fluth, sondern auch durchdie herrschenden Winde bedingt. Diese wehen von März bisDecember meist aus Nord-Nordwest und treiben das Wasserdes Rothen Meeres südwärts, so dass die Korallenbänke anden Küsten zu Tage treten; von December bis März aberherrschen Winde aus Süd-Südost vor und stauen das Wasseram Nordende des Golfes von Suez auf. Die hierdurch bedingteDifferenz im Wasserstande wird mit 1V4 Meter angegeben,während die Oscillationen zwischen Ebbe und Fluth 1V2 his2 Meter betragen. Das Maximum der Schwankungen stellt sichdemnach auf 3V4 Meter.
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Am Isthmus von Suez hängen Asien und Afrika zusammen. Esist ein sandiger Landstrich, die westliche Fortsetzung der früher ge-nannten Wüste Tih. Eine Reihe von Seen — Bitterseen, Timsah-, Ballah-und Menzalehsee (nun alle in den Canal einbezogen) — genau in derNordsüdrichtung vom Mittelmeer nach dem Golfe von Suez, bezeichneteine Bodensenkung, durch welche in früheren Zeiten das Mittelmeer mitdem Rothen Meer in Verbindung gestanden hat, wie ostwärts das TodteMeer mit dem Golfe von Akabah. Die Trennung erfolgte wahrscheinlichin Folge der Hebung des Sinai, durch welche die Nachbarstrecken mitemporgehoben wurden. Die in den tiefsten Stellen jener Bodensenkungliegenden Seebecken sind sämmtlich Salzwasserseen, also Ueberreste desMeeres, das vordem über den Isthmus hinwegfluthete.
Wir müssen nun wieder nach dem Persergolfe zurück, um auch dieöstliche Uferbegrenzung des westlichen Indischen Oceans kennen zu lernen.An den Persergolf zunächst stösst die Küste von Beludschistan, einesder ungastlichsten Gebiete unseres Planeten. Es ist dieselbe dürre, heisse,eine oder mehrere Tagereisen breite Küstenebene, welche auch dengrössten Theil von Arabien und den Persergolf umsäumt und sich bis nachIndien erstreckt. Vor der Küste lagern viele Klippen, welche zum minde-sten der Küstenschifffahrt gefährlich sind. Die britischen Postdampfersteuern weiter draussen im Anblicke dieses öden Gestades, und unterhalbdes Kielwassers thut der unterseeische Telegraph zwischen dem Persergolfeund Indien seine Dienste.
Der westliche Abschnitt des Indischen Oceans erhält seinen natür-lichen Abschluss im Osten durch die weit nach Süden ausgreifende vorder-indische Halbinsel, das Tafelland von Dekkan, das sich im Grossenund Ganzen als eine von Westen nach Osten geneigte Fläche darstellt.Der höhere Küstenrand liegt demnach im Westen, dort, wo der Ocean inseiner ganzen Breite anbrandet. In der nordwestlichen Ecke, wo die vorder-indische Halbinsel am asiatischen Festlande wurzelt, breitet sich das Deltades Indus aus. Es besteht grösstentheils aus Morastflächen mit Krüppel-gebüsch, in den besseren Theilen aus Büffelweide und Reisfeld. Die Ver-änderungen, welche das Delta im Laufe der Zeit erfahren, sind so bedeutend,dass beispielsweise der einstige Salzsee „Irina” (jetzt Katsch), den Alexander
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Arabische Küste des Rothen Meeres (Asyrgebirge),